Beer zur Corona-Lage an den Schulen

Zur heutigen Sitzung des Schulausschusses und der Corona-Lage an den Schulen erklärt Sigrid Beer, schulpolitische Sprecherin der GRÜNEN Fraktion im Landtag NRW:

„Die Lage an den Schulen ist sehr kritisch. Die Inzidenzen gerade bei Kindern und Jugendlichen steigen rasant und liegen in machen Kommunen, wie z.B. in Wuppertalschon bei 2000er-Werten. Auch die Regierung Wüst musste über Staatssekretär Richter bereits in der heutigen Sitzung des Schulausschusses einräumen: ,Omikron läuft durch die Schulen‘ – und ist ganz offensichtlich auch dem Ministerium stets voraus. Die Schulministerinläuft den Infektionszahlen weiter hinterher. So präsentiert sie im Ausschuss die Ergebnisse der Abfrage nach den Infektionszahlen an den Schulen der letzten Woche. Dabei muss allen klar sein, dass diese Zahlen längst überholt sind und mittlerweile deutlich höher liegen.

Bei der heutigen Sitzung des Schulausschusses hat sich auch der Eindruck erhärtet: Die Schnelltests, die das Schulministerium in großem Umfang für die weiterführenden Schule besorgt hat, sind leider nur bei sehr hoher Viruslast so verlässlich wie die zuvor eingesetzten Tests. Die Gesamtsensitivität war bei der Entscheidung für die Produkte offenbar nicht von Bedeutung. Die Landesregierung verschweigt weiterhin, welchen Anteil der Preis beim Wechsel der Hersteller gespielt hat. Dazu muss die Ministerin unverzüglich die zentralen Informationen auf den Tisch legen. Ausgehend von der auch vom Paul Ehrlich Institut (PEI) bescheinigten geringeren Gesamtsensitivität ist von einer erheblichen Dunkelziffer von Infektionen auszugehen, die mit den erworbenen Tests nicht erfasst werden können. Die Praktikabilität scheint die Landesregierung auch nicht hinreichend berücksichtigt zu haben. Was die Schulen derzeit vielfach als Probleme rückmelden, ist das Handling der Tests und der enorm gewachsene Platzbedarf bei der Lagerung sowie Müllberge bei der Entsorgung der einzeln verpackten Tests.

Bei der insgesamt galoppierenden Entwicklung  ist es umso wichtiger, dass Schulen umgehend die Flexibilität und Klarheit erhalten, dass sie eigenverantwortlich auf die konkrete Situation vor Ort reagieren dürfen. Sie brauchen Vertrauen und Rückendeckung statt langwieriger Entscheidungsprozesse. Vier Dinge müssen nun geschehen: Arbeiten nur noch mit festen, möglichst kleineren Lerngruppen. Häufigen Lehrerwechsel gilt es zu vermeiden, und – drittens – gegebenenfalls in Wechsel- oder Distanzunterricht gehen. Viertens muss die sogenannte ‚S3-Leitlinie‘, die evidenzbasiert von einem sehr breit angelegten Expertenrat erarbeitet wird, in Nordrhein-Westfalen konsequent Anwendung finden.“

Zusatz-Info: Die S3-Leitlinie gibt konsentierte Empfehlungen von einem Expertengremium aus verschiedenen Fachbereichen, welche Maßnahmen aus wissenschaftlicher Sicht bei bestimmten Pandemielagen ergriffen werden sollten.

 

Beste Grüße!

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Désirée Linde

Pressesprecherin

 

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag NRW

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