Rot-Grün will Einheitsschulen ermöglichen

13.07.2011

RP.ONLINE
VON FRANK VOLLMER

Düsseldorf (RP). Die Gemeinschaftsschule als neue Regelschulform ist der Kern des Schulgesetz-Entwurfs, den die Landtagsfraktionen von SPD und Grünen gestern beschlossen haben. In dem Entwurf heißt es, die Gemeinschaftsschule führe "mit oder ohne schulformspezifische Zuordnung zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe I" und biete "gymnasiale Standards". Die neuen Schulen müssen mindestens drei Eingangsklassen haben. Die Klassenmindestgröße liegt bei 25 Schülern; falls es sich um die einzige weiterführende Schule vor Ort handelt, sollen 23 ausreichen.

Zudem wollen SPD und Grüne Schulen mit durchgehend gemeinsamem Unterricht von Klasse 1 bis 10 ermöglichen – durch Fusion einer Grund- mit einer Gemeinschaftsschule. Bis zu 15 solcher Projekte sollen ab 2013 per Schulversuch möglich sein. Es solle erprobt werden, ob so "die Chancengerechtigkeit und die Leistungsfähigkeit des Schulwesens erhöht werden".

Regierung und Opposition in NRW ringen seit Monaten um einen Schulkonsens. Dazu will Rot-Grün auch gemeinsam mit der CDU die Verfassung ändern, um die Hauptschul-Garantie zu streichen. Regierungschefin Hannelore Kraft (SPD) und CDU-Landeschef Norbert Röttgen wollen ihre Spitzengespräche in dieser Woche fortsetzen. Die CDU lehnte bisher die Bevorzugung der Gemeinschaftsschule strikt ab und forderte eine Bestandsgarantie für die Gymnasien und Realschulen in NRW.

Der Schulexperte der CDU-Fraktion, Thomas Sternberg, sagte, die Bevorzugung bleibe "eine wichtige Frage". Es sei aber nicht sinnvoll, von Verhandlungen zu erwarten, seine Idealvorstellungen durchsetzen zu können: "Am Ende wird ein Kompromiss herauskommen."

"Wir sind weiter an einem Konsens mit der CDU interessiert", sagte der schulpolitische Sprecher der SPD, Sören Link. Grünen-Schulexpertin Sigrid Beer sagte, derzeit habe nur "eine Handvoll" Schulen Interesse am gemeinsamen Lernen von Klasse 1 bis Klasse 10. Sie sei "vorsichtig optimistisch" für einen Schulkonsens.
Quelle: RP

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