Schwebezustände beenden

13.04.2011

Neue Westfälische
Paderborner Kreiszeitung

Grüne Abgeordnete Beer zu den laufenden Schuldiskussionen

Kreis Paderborn (NW). „Gut, dass in Bad Lippspringe und Schlangen Nägel mit Köpfen gemacht werden“, sagt Sigrid Beer, Landtagsabgeordnete der Grünen, zu den dort zuletzt gefassten Beschlüssen. Die parlamentarische Geschäftsführerin und bildungspolitische Sprecherin signalisiert dafür Unterstützung: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass eine Gemeinschaftsschule realisiert werden kann.“

Auch in anderen Gemeinden des Kreises Paderborn muss Beer zufolge „für die Eltern Klarheit geschaffen und der Schulstandort zukunftsfest gemacht werden“. Ein sorgfältiger Entwicklungsprozess bedeute nicht, dass die Entscheidungen auf einen Sankt-Nimmerleinstag verschoben werden könnten.

Die Eltern in Delbrück wollten das längere gemeinsame Lernen, so die grüne Abgeordnete, „und dass die Schullaufbahn für ihre Kinder länger offen gehalten wird.“ Dafür müsse der Schwebzustand beendet, müssten pädagogische Konzepte auf den Tisch gelegt werden. Beer: „Dafür sind Standortentscheidungen für eine Gesamt- oder Gemeinschaftsschule notwendig.“ Das gilt aus Sicht der Landtagsabgeordneten auch für Borchen.

Mehr als 50 Kommunen haben mittlerweile im Düsseldorfer Ministerium schon Interesse für das Schuljahr 2012/2013 angemeldet, dann mit einer Gemeinschaftsschule starten zu können. „Eine solche Schulentwicklung verhilft auch mehr Kindern zu einer besseren Bildung“, so Beer, „und wird dazu führen, die zurzeit unterdurchschnittliche Abiturquote im Kreisgebiet anzuheben.“

Elternbefragungen in den Kommunen, aber auch die diesjährigen Anmeldezahlen an den Gesamtschulen der Stadt Paderborn lassen aus sicht der grünen Politikern nur diese Konsequenz zu: „Es muss Schluss sein mit dem Umverteilen in das gegliederte Schulsystem, auf Schulformen, die die Eltern so nicht wollen. Sie dürfen zu Recht erwarten, dass ihre Kinder in einer dritten städtischen Gesamtschule nicht in Containern als Notlösung untergebracht werden und ausbaden müssen, dass die Stadt über Jahre ihre Hausaufgaben nicht gemacht hat.“

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