Zwei Gemeinschaftsschulen in OWL

22.01.2011

Westfalen-Blatt
Von Reinhard Brockmann

Landesweit 17 Anträge genehmigt - Altenbeken vorerst gescheitert

Düsseldorf/Altenbeken (WB). 17 von 19 Bewerbern haben am Freitag die Zulassung für den Großversuch Gemeinschaftsschule erhalten. Altenbeken muss 2012 einen neuen Antrag stellen.

Für die Pioniere ist allerdings noch eine Hürde zu überwinden: Mindestens 69 Kinder müssen jetzt verbindlich für die neue Schulform angemeldet werden. Darauf wies Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) am Freitag in Düsseldorf hin. An Gemeinschaftsschulen lernen alle Kinder in den Klassen 5 und 6 gemeinsam.
Danach können, müssen aber nicht die Bildungsgänge nach Gymnasial-, Real- und Hauptschultyp getrennt werden.
In Altenbeken ergab eine Elternbefragung nach der Bewertung durch das Ministerium nicht die Schüler-Mindestzahl. Deshalb wurde der Antrag abgelehnt.

Bürgermeister Hans Jürgen Wessels (SPD) zeigte sich enttäusch - auch mit Blick auf die Eltern, die das neue Projekt mittragen wollten. Die Schülerzahlen für die kommenden Jahre seien positiv, sagte er weier. Die Eggegemeinde will sich deshalb 2012 erneut bewerben.
Genehmigt wurden für Ostwestfalen Lippe Gemeinschaftsschulen in Kalletal (Kreis Lippe) und Langenberg (Kreis Gütersloh). Langenberg wurde bislang als eine Verbundschule geführt, die eine Haupt- und eine Realschule zusammenfasste.
Die Schulministerin will versuchen, die neue Schulform noch in diesem Jahr gesetzlich zu verankern. Zum Schuljahr 2012/13 gebe es 40 Interessenten für die Gemeinschaftsschule, sagte sie. »Frau Löhrmann hat eingesehen«, erklärte CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann, »dass sie ihren schulpolitischen Weg nicht ohne gesetzliche Grundlage fortsetzen kann.« Er signalisierte Kooperationsbereitschaft mit der rot-grünen Minderheitsregierung: »Ich begrüße die Absicht, in einer wesentlichen Frage nicht weiter am Parlament vorbei zu arbeiten.«
Sigrid Beer, Schulexpertin der Grünen im Landtag aus Paderborn, sagte: »Das Schulministerium hat Wort gehalten und sehr sorgfältig jeden Einzelfall geprüft.« Es sei sichergestellt, dass keine andere Schule in ihrer Existenz gefährdet wird. Beer zeigte sich erfreut darüber, dass »die CDU begonnen hat, sich zu öffnen.«

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