Medizin-Studium in OWL soll 2012 starten

23.10.2010

Westfalen-Blatt
Von Ernst-Wilhelm Pape

Im Landtag zeichnet sich eine breite Mehrheit für das Bielefelder Modell ab

Bielefeld (WB). Im nordrhein-westfälischen Landtag zeichnet sich eine breite Mehrheit für die Errichtung der ersten Medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe ab.

Dr. Michael Brinkmeier (CDU): »Die Zeit drängt«.

Die Fakultät soll im Wintersemester 2012/13 ihre Arbeit an der Universität Bielefeld aufnehmen. Es sind 200 Studienplätze vorgesehen. Die Kosten für die Ersteinrichtung in einem 20 000 Quadratmeter großen Gebäude betragen 140 Millionen Euro. An laufenden Kosten sind jährlich 45 Millionen Euro notwendig.

Die Fraktionen von CDU und FDP wollen in der Landtagssitzung Anfang November einen Antrag stellen, um den Aufbau der neuen Fakultät voranzutreiben. Durch die Ärzteausbildung in Bielefeld könnten der Medizinermangel in OWL wirksam bekämpft, die hausärztliche Versorgung sichergestellt und freie Stellen in Kliniken besetzt werden, sagten am Freitag die Landtagsabgeordneten Dr. Michael Brinkmeier (CDU) aus Rietberg und Kai Abruszat (FDP) aus Porta Westfalica. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass 2013 ein doppelter Abiturjahrgang an die Unis dränge und zudem die Wehrpflicht vermutlich wegfalle. Da sich auch die Abgeordneten von SPD und Grünen aus OWL bereits für die neue Fakultät ausgesprochen haben, sei eine absolute Mehrheit im Landtag gesichert, sagte Abruszat.

Auch Rainer Brinkmann, Geschäftsführer der OWL-SPD aus Detmold, betonte, dass es schon Zustimmung aus anderen Landesteilen für die neue Fakultät in Bielefeld gebe. Sigrid Beer, die parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion aus Paderborn, sprach von einem sinnvollen Projekt, das bereits im Koalitionsvertrag stehe. Beer: »Die medizinische Fakultät wird einen neuen Schwerpunkt in der Gesundheitsregion OWL bilden.« CDU-Bezirksvorsitzender Elmar Brok (Bielefeld) forderte ein klares Signal aus Düsseldorf, dass die neue Fakultät in Bielefeld auch ohne Finanzmittel des Bundes eingerichtet wird.

Die Ärzteausbildung soll nach dem Bielefelder Modell erfolgen. In Verbindung mit den Kliniken in Ostwestfalen-Lippe sollen vor allem Allgemeinmediziner ausgebildet werden, um dem Hausärztemangel zu begegnen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die psychosoziale und psychosomatische Medizin. Und in behindertenmedizinischen Fragen wird die Zusammenarbeit mit den großen Behinderten-Einrichtungen Bethel in Bielefeld, Wittekindshof in Bad Oeynhausen und Eben-Ezer in Lippe angestrebt.

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