20 Jahre Flüchtlingsarbeit in Meschede

27.09.2010

Diakonie
Ruhr-Hellweg

Aus Fremden werden Freunde

„Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen.“ Arbeit für und mit Flüchtlingen ist ureigenster christlicher Auftrag. Das macht Steffen Baumann, Vorstand der Diakonie Ruhr-Hellweg, beim 20-jährigen Bestehen der Flüchtlingsberatung in Meschede mit dem Bibelzitat deutlich. Er lobt die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Ökumenischen Arbeitskreis für Flüchtlinge im Hochsauerland mit seinen hoch engagierten Ehrenamtlichen, den Kirchengemeinden aus Marsberg, Medebach, Bestwig, Ramsbeck, Meschede und Olsberg sowie der hauptamtlichen Beraterin der Diakonie, Annegret Rasch. Diese drei Säulen tragen die erfolgreiche Flüchtlingsarbeit im Hochsauerlandkreis. Eindringlich erinnern die Förderkreisvorsitzende Ingrid Wiechert und einzelne Mitglieder aus dem Förderkreis an die Zeiten des Kirchenasyls, oder an die Rückkehr der in das Kosovo abgeschobenen Familie Rustemi. „Wie ein Licht auf der dunklen Strasse“, so beschreibt ein heute anerkannter Asylbewerber die Wirkung der Beratungsarbeit. Heute gibt er seine Erfahrungen an andere Flüchtlinge weiter und macht so auch deutlich wie erfolgreiche Integration aussieht.
Dass gerade im Hochsauerlandkreis Asylbewerber diese Art von Hilfeangeboensehr nötig haben, verdeutlicht die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer, mit ihrem Bericht über den Petitionsausschuss. Die Ausländerbehörde des Hochsauerlandkreises hatte in der Vergangenheit mit ihrer harten Haltung für einige Anträge an den Petitionsausschuss gesorgt. „Wir wünschen uns eine bessere Zusammenarbeit und dass die Ausländerbehörde häufiger ihren Ermessensspielraum zugunsten der Asylbewerber ausschöpft“, appellierte Beer an eine humanitäre Bleiberechtspolitik.
Dank eines gut ausgebauten Netzwerkes mit ihren konkreten Hilfen hat sich die Flüchtlingsarbeit in Meschede den Ruf „eines kleinen gallischen Dorfes“ erworben. Diese parteiliche Arbeit ist für Superintendent Alfred Hammer gelebte Nächstenliebe im Alltag und gehört wie der sonntägliche Gottesdienst zum Christsein.
Besonders die vorgetragenen Fürbitten berühren die große Anzahl der Besucher des Festgottesdienstes in der Mescheder Christuskirche. Hierin bringen Migrantinnen in ihren Muttersprachen zum Ausdruck, wie viel Not und Angst, Schmerz und Verzweiflung Gründe für die Flucht der Menschen sind. In einem szenischen Spiel verdeutlichen Diakoniepfarrer Peter Sinn und Pfarrerin Karin Neumann-Arnoldi wie sehr sich die Haltung in der Flüchtlingshilfe in den letzten 20 Jahren verändert hat und wie sie heute geprägt ist von Toleranz und einem partnerschaftlichen Miteinander. „Damit aus Fremden Freunde werden können“, so lautete die Überschrift des Gottesdienstes.


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