Landesregierung muss Konzept gegen Armut vorlegen

Beer: Landesregierung muss Konzept gegen Armut vorlegen
Anlässlich der alarmierenden Zahlen hinsichtlich der Armut, insbesondere der Kinderarmut, in NRW fordert die GRÜNE Landtagsfraktion die Landesregierung per Antrag auf, ein Konzept vorzulegen, dass wirkungsvoll bestehende Armut abbaut und zukünftige Armut verhindert. Dazu die GRÜNE Landtagsabgeordnete Sigrid Beer:
"Die materiellen Fragen sind eng verknüpft mit Bildung, Gesundheit und Ernährung sowie Wohnen, Kinderschutz und gesellschaftliche Teilhabe. Somit fordern wir die Landesregierung auf, ein ressortübergreifendes Konzept für die Bekämpfung und Verhinderung von Kinderarmut zu entwickeln.
Notwendig ist dabei die Verbindung insbesondere folgender Aspekte: Die materiellen Ausgaben für Bildung, Betreuung und Erziehung müssen verbessert werden (insbesondere für die frühkindliche Bildung in den Kindertageseinrichtungen). Zur Beseitigung von Bildungsbarrieren und zur individuellen Förderung von Kindern aus bildungsfernen Familien sollen wirkungsvolle Ansätze entwickelt werden. Neben dem Ausbau der Schulsozialarbeit muss eine Sensibilisierung und Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte für das Entstehen von Armut und ihren Folgeproblemen erfolgen. Angebote zum Kinderschutz sollten vernetzt und landesweit ausgebaut werden. Im Bereich Gesundheit ist eine zielgruppenspezifische Vermittlung der Bedeutung von physischer und psychischer Gesundheit erforderlich. Themen wie Ernährung, Gesundheit und und Bewegung muss schon von der Kindertageseinrichtung an stärker vermittelt und in Schulen unterrichtet werden. Die Organisation von gesundheitlicher Leistung ist so zu verbessern, dass sie für Kinder in Armut besser nutzbar sind. Des weiteren ist die Stärkung der Eltern wichtig, u.a. durch verbesserte Ausstattung der Einrichtungen zur Elternbildung und Erziehungsberatung (finanzielle Ausstattung der Familienzentren reicht nicht) sowie verstärkt niedrigschwellige und aufsuchende Sozialarbeit. Besondere Berücksichtigung müssen die Erfordernisse für Kinder mit Migrationshintergrund insbesondere im Hinblick auf Zugang zu Angeboten und deren Gestaltung. Weitere Aspekte eines ressortübergreifenden Konzeptes sind verbesserte Partizipation von Kindern, Jugendlichen und Eltern, eine Ausrichtung auf Geschlechtergerechtigkeit und eine verbesserte Schuldnerberatung.
Wir setzen darauf, die Landesregierung mit diesem Antrag ebenso zum Handeln bewegen zu können, wie es uns aktuell mit unserem Antrag "Schulessen für alle" gelungen ist. Auf Druck der GRÜNEN im Landtag wurde seitens der Landesregierung eine entsprechende Finanzierung (Hilfsfonds für Mittagsmahlzeiten bedürftiger Kinder) angekündigt, die zwar bei weitem nicht ausreicht, aber immerhin schon aufgrund heftiger Kritik zwei Mal auf jetzt 10 Millionen Euro pro Schuljahr erhöht wurde.
Es zeigt sich: Gesellschaftliche Proteste und parlamentarische Initiativen können Wirkung erzielen! In diesem Zusammenhang begrüße und unterstütze ich insbesondere die in Paderborn stattfinden Protestaktionen und Fachveranstaltungen des Paderborner Bündnisses der Sozialverbände "Runder Tisch Armut".

In Paderborn wird zudem in der von mit initiierten Runde "In welcher Gesellschaft wollen wir leben?" über die oben genannten Ansatzpunkte und die konkrete Umsetzung einer gerechteren Teilhabe auf kommunaler Ebene parallel zu der Initiative auf Landesebene diskutiert. "

 

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