NRW-Kabinett beschließt Reform der Lehrerausbildung - Lob und Tadel von den Lehrergewerkschaften

11.09.07

Neue Lehrer für das Land

(© ddp) 11.09.2007 18:36:08 - Die Landesregierung will ab dem kommenden Jahrzehnt besser ausgebildete Lehrer an den Schulen in NRW einstellen. Die Ausbildung der Lehrkräfte solle «professioneller, profilierter und praxisnäher werden», sagten Schulministerin Barbara Sommer (CDU) und Forschungsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Dienstag in Düsseldorf nach einer Kabinettssitzung.


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Düsseldorf (ddp-nrw). Die Landesregierung will ab dem kommenden Jahrzehnt besser ausgebildete Lehrer an den Schulen in NRW einstellen. Die Ausbildung der Lehrkräfte solle «professioneller, profilierter und praxisnäher werden», sagten Schulministerin Barbara Sommer (CDU) und Forschungsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Dienstag in Düsseldorf nach einer Kabinettssitzung. Die Regierung hatte bei der Sitzung Eckpunkte des neuen Lehrerausbildungsgesetzes beschlossen. Ende 2008 soll die Neuordnung in Kraft treten, die auf geteilte Reaktionen von Lehrerverbänden und Opposition stieß.
Das Lehrer-Studium soll sich nach den Vorstellungen des Kabinetts künftig für alle Schulformen in ein dreijähriges Bachelor- und ein zweijähriges Masterstudium gliedern, das ein ganzes Praxissemester beinhaltet. Daran schließt sich ein einjähriger Vorbereitungsdienst an, der mit dem Staatsexamen abschließt. Die Landesregierung stellt für die Lehrerausbildung in beiden Phasen nach Angaben der Staatskanzlei bis 2015 rund 100 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung.
Künftig soll das Lehrerstudium laut Schulministerin Sommer mehr darauf ausgerichtet sein, dass ein angehender Lehrer nicht nur die wissenschaftlichen Grundlagen seines Fachs beherrsche, sondern auch lerne, Unterrichtsinhalte bestmöglich zu vermitteln. Dafür würden vermehrt fachdidaktische und pädagogische Inhalte Teil des Studiums. Für mehr Praxisnähe soll ein zehnwöchiges Assistenzpraktikum sorgen, das noch vor Aufnahme des Studiums absolviert wird.
Die Opposition kritisierte das Vorhaben: «Wir sehen das Problem ungelöst, wie das Land gewährleisten will, dass ausreichend Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet werden. Wir haben heute schon einen deutlichen Mangel in bestimmten Fächern», sagte Karl Schultheis, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD im Landtag.
Die Schulexpertin der Grünen, Sigrid Beer, nannte es unverständlich, dass die Landesregierung trotz verbindlicher Bildungsstandards und des gleichwertigen Abschlusses nach der Klasse 10 an den unterschiedlichen Ausbildungsinhalten für die verschiedenen Schulformen in der Sekundarstufe I festhalte. Unterschiedliche Reaktionen löste das Reformvorhaben bei den drei Lehrerverbänden aus. «Wir begrüßen die Pläne, künftig für alle Lehrämter eine gleich lange Ausbildung einzuführen», sagte Udo Beckmann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE). Damit erkenne die schwarz-gelbe Landesregierung die Gleichwertigkeit der Lehrämter an. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lobte den Plan der schwarz-gelben Koalition als «bundesweit zukunftsweisend».
Der Philologenverband, in dem viele Gymnasiallehrer organisiert sind, kritisierte hingegen die Regierung. «Das Vorhaben ist unausgewogen und extrem risikobehaftet», sagte der Sprecher des NRW-Landesverbands, Klaus Schwung. Die Bachelor/Master-Konzeption weise «erhebliche Mängel für die Lehrerausbildung» auf. Es drohe ein «Qualitätsrückbau» bei der Ausbildung der Lehrkräfte, so die Kritik der Philologen. Zudem würden die Ausbildungszeiten durch das Konzept verlängert, sagte Schwung. (Quelle: alle in Mitteilungen)
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