Grünen-Sprecherin Sigrid Beer besucht Wittekindshof

10.10.07

Vlotho/Bad Oeynhausen (VZ).
Alle Kinder sollten eine Regelschule besuchen, auch diejenigen mit besonderem Förderbedarf – das ist die Ansicht der Paderborner Landtagsabgeordneten Sigrid Beer, die auch Sprecherin für Bildungs- und Kirchenpolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ist. Jetzt besuchte sie die Diakonische Stiftung Wittekindshof in Bad Oeynhausen.
Sigrid Beer kam auf Einladung des Pfarrers Dr. Dierk Starnitzke, theologischer Vorsitzender des Wittekindshofes, nachdem beide über die gemeinsame Arbeit in einem Ausschuss der Evangelischen Landeskirche ins Gespräch gekommen waren.
Die Politikerin nutzte das Treffen, um ihre Forderung nach der schrittweisen Abschaffung der Förderschulen mit den Schwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung zu wiederholen: »Für eine positive Lernentwicklung ist eine spannungsvolle, lebendige Vielfalt sowohl in kognitiver als auch in sozialer Hinsicht erforderlich«, betonte die Bildungsexpertin.

Einen Lösungsansatz sieht sie in einem gemeinsamen Unterricht an einer Regelschule, an der mit entsprechenden Ressourcen ausgestattete sonderpädagogisch ausgebildete Lehrkräfte die zusätzlich nötige Förderung gewährleisten können.

Grundsätzlich begrüßten auch die Vertreter des Wittekindshofes den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern. Sie verwiesen dabei aber auch deutlich auf die Grenzen der Integration in Regelschulen für Kinder und Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf. »Zu uns kommen Eltern, deren Kinder in der Regelschule in allen Pausen alleine herumstehen und keine Freunde haben«, erklärte Andreas Becker-Brandt, Leiter der Wittekindshofer Förderschule, die die Förderschwerpunkte geistige, körperliche und motorische Entwicklung anbietet.

Beim Rundgang durch das Haus Kinderheimat sagte Sigrid Beer, dass für viele schwerstbehinderte Schüler auch in Zukunft die Förderschule der beste Förderort sein könnte. Sie zeigte sich beeindruckt von den Unterrichtskonzeptionen, die speziell für sehr schwer und mehrfach behinderte Kinder entwickelt werden: »Der Wittekindshof hat hier seit vielen Jahren Erfahrungen gesammelt, die er anderen Schulen zur Verfügung stellen sollte.«

Beer betonte jedoch, dass ein Perspektivwechsel nötig sei. »Das Aussortieren von Menschen treiben wir in dieser Gesellschaft oftmals auf die Spitze.« Zuerst sollten alle Wege des gemeinsamen Unterrichts mit entsprechender sonderpädagogischer Begleitung erprobt werden.

Westfalen Blatt

 

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