Explosion wird zum Landes-Politikum

08.11.07

Petitionsausschuss soll sich mit Verlegung des E.ON-Umspannwerks Schötmar befassen
Bad Salzuflen-Schötmar (Sam). Mit der Explosion im E.ON-Umspannwerk an der Heldmanstraße befasst sich nun die Landespolitik: Die Forderung der Anlieger, die Anlage solle aus dem Wohngebiet verlegt werden, ist an den Petitionsausschuss des Landtages weitergereicht worden.

Hans-Erich Sander, Sprecher der Anwohner-Interessengemeinschaft, hatte sich an die Landtagsfraktionen gewandt. Bei der Paderborner Landtagsabgeordneten Sigrid Beer (Bündnis 90/Die Grünen), gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende des Petitionsausschusses, stieß er auf offene Ohren. Beer erklärte auf Anfrage, sie werde den Ausschuss bitten, das Ansinnen der Schötmaraner zur Petition zu erheben. „Wir werden auch Stellungnahmen des Landesministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie sowie der Bezirksregierung einholen“, versprach Beer.

Wie berichtet, hatte sich am 26. September in dem E.ON-Umspannwerk in Folge eines Kurzschlusses extremer Überdruck gebildet. Dadurch wurden neun Fensterscheiben explosionsartig nach außen gedrückt. Bis zu 40 mal 60 Zentimeter große Glasstücke bohrten sich als gefährliche Geschosse in die benachbarten Gärten. Bei der nächtlichen Explosion wurde niemand verletzt.

Abgeordnete Beer betonte, dass die Ausschussmitglieder den Fall Heldmanstraße nicht nur vom „grünen Tisch“ aus betrachten sollten. Sie will einen Vor-Ort-Termin anregen. Die Grünen-Politikerin machte jedoch auch keinen Hehl daraus, dass die ganze Sache seine Zeit braucht. „Pro Jahr gibt es ungefähr 5000 Eingaben.“ Jede einzelne werde geprüft. Das könne gut drei Monate dauern.

Auch die lippische Bundestagsabgeordnete Gudrun Kopp (FDP) hat sich eingeschaltet. In einem Schreiben an den regionalen E.ON-Vorstand in Paderborn forderte sie: Der Energieversorger müsse neben baulichen Vorkehrungen auch für eine transparente Informationspolitik sorgen, „wenn er nicht weiter an Vertrauen in der Bevölkerung verlieren will“.

Es sei nicht akzeptabel, so Kopp, dass die verunsicherten Anlieger erst aus der LZ über die Ursachen und mögliche Gefahren informiert wurden.

Wie berichtet, hat die Salzufler Politik der Rathaus-Spitze unterdessen den Auftrag erteilt, mit E.ON über die Verlegung des Werks zu verhandeln. Bürgermeister Dr. Wolfgang Honsdorf sprach in einer ersten Reaktion von „E.ON“ als einem „zähen Verhandlungspartner“. Auch Sigrid Beer meint: Kommunale Vertreter würden von dem Riesenkonzern als „kleine Lichter“ wahrgenommen. Sie dürften oft nur am „Katzentisch“ Platz nehmen. „Deshalb ist es wichtig, die Stellungnahme des Ministeriums zu haben.“

© 2007 Lippische Landes-Zeitung, Donnerstag 08. November 2007

 

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