Kritik an Notfall-Plan mit Kondolenzbriefen

VON WILFRIED GOEBELS, 28.11.07, 21:07h

Nach dem geplanten Anschlag am Georg-Büchner-Gymnasium haben SPD und Grüne schwere Vorwürfe gegen die Landesregierung erhoben. Die Grünen-Abgeordnete Sigrid Beer kritisierte, NRW habe Besuche von Polizisten in Schulen zur Gewaltvorsorge gestoppt. Nun dürften Kommissariate für Vorbeugung nur noch Lehrer als Moderatoren schulen, weil ihnen laut Ministerium die pädagogische Fähigkeit zur Arbeit mit Kindern fehle.
Im Schulausschuss des Landtags wies Schulministerin Barbara Sommer (CDU) die Angriffe zurück: „Die Schulen halten engen Kontakt zum Bereichspolizisten.“ In der hitzigen Debatte hatte Ex-Ministerin Ute Schäfer (SPD) beklagt, dass Sommer erst ein Jahr nach dem Anschlag in Emsdetten einen Notfall-Plan vorgelegt habe. Empört konterte Sommer: „Was haben Sie, Frau Schäfer, nach Erfurt getan? Sie haben nichts getan und blasen sich hier auf.“

Die Grünen-Abgeordnete Beer hatte auch den 117-seitigen Notfall-Plan attackiert, der unter anderem Musterbriefe mit Todesanzeigen für Lehrer und Schüler sowie für Kondolenzbriefe enthält. „Tief erschüttert mussten wir den tragischen Tod unseres lieben Kollegen . . . zur Kenntnis nehmen“, heißt es. Oder nach dem Selbstmord eines Schülers: „Der Tod eines jungen Menschen ist in jedem Fall ein Ereignis, das jeden beschäftigt.“ Beer nannte die Musterbriefe „pietätlos“. SPD-Schulexpertin Renate Hendricks bedauerte, dass die Schulen vorher nicht gefragt wurden.

Zudem kritisierte die Opposition, dass der Ordner teilweise durch Sponsoren finanziert sei, während „für Werbeveranstaltungen wie das Kinderforum Landesmittel da waren“. Sommer verwies darauf, dass die Zahl der Schulpsychologen von 170 auf 260 aufgestockt werde; Schulschiedsstellen seien eingerichtet, die Jungenförderung verstärkt worden. Die zusätzlichen Lehrerstellen sollen den Ausbau der Gewaltvorsorge erleichtern. Laut Sommer gab es im letzten Jahr zahlreiche Anschlagsdrohungen an NRW-Schulen. „Nach Köln“ seien weitere Trittbrettfahrer hinzugekommen. Heute wollen sich der Innen- und Schulausschuss in gemeinsamer Sitzung mit den Kölner Vorfällen befassen.

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