Keine Experimente und auch keine Gemeinschaftsschule

12.12.2007

Düsseldorf. Es bleibt dabei: Die Landesregierung will keine Experimente in der Schulpolitik zulassen.

Von Walter Bau Deshalb wird es auf absehbare Zeit auch nicht die von den münsterländischen Gemeinden Horstmar und Schöppingen geplante Gemeinschaftsschule geben. "Dieses Modell ist zur Zeit aus schulfachlichen, gesetzlichen und politischen Gründen nicht genehmigungsfähig", räumte gestern Horstmars Bürgermeister Robert Wenking ein. Die Initiative der beiden CDU-geführten Kommunen hatte landesweit für Schlagzeilen gesorgt. Sie wollten aufgrund sinkender Anmeldezahlen den gemeinsamen Unterricht für Schüler von der 5. bis zur 7. Jahrgangsstufe einführen.

Doch CDU und FDP in Düsseldorf blockten den Antrag ab. Zu sehr klang den Regierungsparteien das Modell nach der von der SPD-Opposition propagierten Gemeinschaftsschule, in der Schwarz-Gelb wiederum den Einstieg in eine "Einheitsschule" sieht. Stattdessen machte Schulministerin Sommer (CDU) den beiden Gemeinden ein Modell schmackhaft, das eine Kooperation von Haupt- und Realschule vorsieht. "Die demografische Entwicklung", so Sommer gestern, "ist kein Grund, unser dreigliedriges Schulsystem in Frage zu stellen."

Der Lehrerverband VBE bedauerte die Entscheidung. "Die Landesregierung hat ein Pyrrhussieg errungen", erklärte NRW-VBE-Chef Udo Beckmann. Das Thema Schulstruktur werde "sie weiter verfolgen, ob sie sich ihm stellen will oder nicht".

Auch die Opposition im Landtag kritisierte die Haltung von Schwarz-Gelb. "CDU und FDP haben eine Chance vertan", so SPD-Schulexpertin Ute Schäfer. Die Schulministerin ignoriere den Elternwillen und versuche stattdessen "aus ideologischen Gründen etwas zu verhindern, was nicht mehr aufzuhalten ist". Grünen-Schulexpertin Sigrid Beer sprach von einem "faulen Kompromiss". Verlierer seien "die pragmatischen Vorstellungen von längerem gemeinsamen Lernen".

DerWesten



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