Wieder Kritik an Kopfnoten

22.01.08

-Von Martin Teigeler-

Quelle: ad-hoc-news.de

Die Kritik an den Kopfnoten für Schüler in Nordrhein-Westfalen reißt nicht ab. Drei Lehrerverbände fordern weitreichende Änderungen an den neuen Verhaltensbewertungen. Die Noten hätten bei Schülern, Eltern und Lehrern für «Unverständnis und Ärger» gesorgt, teilten am Dienstag der Philologenverband, der Verband für Lehrer an Berufskollegs und der Verband der Lehrer an Wirtschaftsschulen in Düsseldorf gemeinsam mit. Die CDU/FDP-Landesregierung solle bei der Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens von Schülern zu Korrekturen kommen.
Aktuelle Nachrichten - veröffentlicht durch ad-hoc-news.de: Düsseldorf (ddp-nrw). Die Kritik an den Kopfnoten für Schüler in Nordrhein-Westfalen reißt nicht ab. Drei Lehrerverbände fordern weitreichende Änderungen an den neuen Verhaltensbewertungen.

Die Noten hätten bei Schülern, Eltern und Lehrern für «Unverständnis und Ärger» gesorgt, teilten am Dienstag der Philologenverband, der Verband für Lehrer an Berufskollegs und der Verband der Lehrer an Wirtschaftsschulen in Düsseldorf gemeinsam mit. Die CDU/FDP-Landesregierung solle bei der Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens von Schülern zu Korrekturen kommen.

Das Arbeits- und Sozialverhalten eines Berufsschülers könne beispielsweise nur vom Ausbildungsbetrieb beurteilt werden, da die Anwesenheit im Lehrbetrieb viermal höher sei als in der Berufsschule. Deshalb sollten Kopfnoten an den Berufskollegs wieder abgeschafft werden, meinen die Lehrerverbände. Zudem sollten die Kopfnoten an allen anderen Schulen vereinfacht und schärfer von den Benotungen für die Schulfächer abgegrenzt werden. Statt sechs seien auch zwei Kopfnoten ausreichend.

Die Kopfnoten waren am vergangenen Freitag erstmals mit den Halbjahreszeugnissen an rund 2,5 Millionen Schüler vergeben worden. Benotet werden Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit/Sorgfalt, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit.

Kritik kam auch von der Opposition. «Diese Inflation von sechs Kopfnoten für jeden Schüler und jede Schülerin ist bundesweit einmalig», sagte die SPD-Bildungsexpertin Ute Schäfer. Zudem führe der zusätzliche Verwaltungs- und Arbeitsaufwand für die Lehrer «zum Ausfall von einer Million Unterrichtsstunden». Die Grünen forderten die Landesregierung auf, eine angekündigte Auswertung der Kopfnoten-Vergabe vorzuziehen. «Die Kopfnoten müssen weg», sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Sigrid Beer.

Vertreter der Koalition verteidigten die Bestimmungen im Schulgesetz. «Zu den Aufgaben der Schule gehört nicht nur die Vermittlung von Werten, sondern auch die Stärkung sogenannter Sekundärtugenden», sagte die FDP-Schulpolitikerin Ingrid Pieper-von Heiden. Fachwissen, Sozialkompetenz und Arbeitsverhalten gehörten zusammen. «Deshalb gehören Kopfnoten auch wieder aufs Zeugnis», sagte die Landtagsabgeordnete.

Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Kaiser, begrüßte die «grundsätzliche Zustimmung» der Lehrerverbände NRW zu Kopfnoten. «Jetzt warten wir die Ergebnisse des ersten Durchlaufs der Kopfnoten ab. Diese werden wir dann klar und sachlich auswerten. Aber die Richtung stimmt», sagte der Parlamentarier.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kündigte eine Umfrage unter Lehrern über deren Erfahrungen mit den Kopfnoten an. «Aus den Ergebnissen werden wir konkrete Verbesserungsvorschläge ableiten und der Landesregierung vorlegen», sagte der VBE-Landesvorsitzende Udo Beckmann.

(Quelle: alle in Mitteilungen)

ddp/mte/kos


 

zurück

Information: Wie die Presseresonanz von uns gepflegt wird

 

Aus medienrechtlichen Gründen können wir keine vollständigen Presseresonanzen auf dieser Homepage abbilden. So weit es uns möglich ist, stellen wir die entscheidenen Passagen zu Sigrid Beer dar und verweisen per Link auf die vollständigen Publikationen bei ihren Herausgebern.

Es ist möglich, dass einige Links aufgrund dieser Verfahrensweise nach einiger Zeit nicht mehr funktionieren können. Wir bitten dies zu entschuldigen.