Bündnis für längeres gemeinsames Lernen in NRW gestartet

14.02.08

Zweiwochendienst

zwd Düsseldorf (uvl). Ein überparteiliches Bündnis von VertreterInnen aus Kirchen, Wissenschaft, Wirtschaft und Gewerkschaften will auf eine Änderung des gegliederten Schulsystems in Nordrhein-Westfalen hinarbeiten. „Wir halten das starre Festhalten am fünfgliedrigen Schulsystem für falsch“, sagte Hans-Martin Lübking, Leiter des pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche in Westfalen, am 14. Februar in Düsseldorf. Mit der Gründung des Bündnisses steigt der Druck auf die schwarz-gelbe Landesregierung, sich in der Schulstrukturfrage zu bewegen.

Rund 60.000 Kinder und Jugendliche (2,7% aller SchülerInnen) blieben im vergangenen Schuljahr sitzen. Nur etwa 2.000 SchülerInnen konnten in eine höhere Schulform aufsteigen, rund 14.000 stiegen ab. „Kinder lernen auf der Hauptschule, dass sie Verlierer sind“, so Lübking. „Kein Politiker würde seine eigenen Kinder dort unterrichten lassen.“ Das Land brauche mutige Reformen statt endloser Korrekturen am falschen System.

Gemeinsames Lernen bis Klasse 10

Ziel des Bündnisses ist die Einführung einer Gemeinschaftsschule, in denen die Kinder möglichst bis zur Klasse 10 integriert unterrichtet werden. Zu den ErstunterzeichnerInnen gehören die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth (CDU), der Kabarettist Jürgen Becker, der Torhüter von Schalke 04, Manuel Neuer, der Vizepräsident des Westdeutschen Handwerkskammertag, Klaus Feuler, DGB-Landeschef Guntram Schneider und auch zahlreiche Bildungsforscher wie Hans-Günther Rolff, Ernst Rösner oder Klaus-Jürgen Tillmann.

Die Regierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) ist bisher durch ihre kompromisslose Haltung in der Schulstrukturfrage aufgefallen. Kommunale Initiativen wie unlängst im münsterländischen Horstmar und Schöppingen, die eine Gemeinschaftsschule einrichten wollten, verweigerte das von Barbara Sommer (CDU) geführte Schulministerium die Genehmigung.

Regierungsfraktionen: Vorschlag nicht durchdacht

Die Regierungsfraktionen erteilten der Bündnisforderung umgehend eine Absage. Das dreigliedrige Schulsystem biete die besten Voraussetzungen für ein gerechtes Schulwesen, in dem jedes Kind und jeder Jugendliche unabhängig von seiner Herkunft seine Chancen und Talente nutzen und entfalten kann, unterstrich der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Klaus Kaiser. Die Bildungssprecherin der FDP-Fraktion, Ingrid Pieper-von Heiden nahm „mit Bedauern“ zur Kenntnis, „dass sich so viele Personen und Institutionen für dieses Initiative zur Verfügung gestellt haben, ohne die Folgen für das Schulsystem und die Schüler augenscheinlich zu Ende zu denken.“ Jedoch gibt es mit dem FDP-Vorsitzenden und Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart bereits eine Stimme innerhalb des Regierungsbündnisses, die bereits laut über eine Änderung der Schulstruktur nachdenkt.

Opposition für Ende der Verweigerungshaltung

Beifall für die Initiative gab es von SPD und Grünen im Landtag. Die Landesregierung könne sich nicht mehr länger der gesellschaftlich gewollten und politisch notwendigen Diskussion über eine integrative Schule, in der alle Kinder länger gemeinsam lernen, verweigern, betonte SPD-Fraktionsvizin und ehemalige Schulministerin Ute Schäfer. Die Bildungssprecherin der Grünen, Sigrid Beer, sprach sich für die Überwindung ideologischer Schützengräben aus. Das Konzept einer neuen Schule müsse in der gesamten Gesellschaft verankert sein und dürfe nicht von der Politik verordnet werden.

Das Bündnis im Internet:

www.bestes-lernen.de

 

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