Diskussion: Ist das Gymnasium ein Auslaufmodell?

21.02.08

Von Rudolf Barnholt
WZ newsline

Über die Schule der Zukunft diskutierten Politiker am Mittwoch in der Robert-Schuman-Gesamtschule.

Willich. „Gymnasium ade? Kommt die Einheitsschule?“ Über dieses Thema wurde am Mittwoch in der Robert-Schuman-Gesamtschule leidenschaftlich diskutiert. Gekommen waren vier Landtagsabgeordnete, die sich den Fragen des Moderators Tom Hegermann stellten.

Dabei hatten Dietmar Brockes (FDP) und Klaus Kaiser (CDU) keinen leichten Stand, sprachen sie sich doch für Reformen, aber gegen eine Einheitsschule aus.

„Wir brauchen ein Bildungssysterm, das Anschlüsse schafft und keine Sackgassen“, forderte der CDU-Landtagsabgeordnete. Und: „Man muss alles tun, dass einzelne Schüler individuell gefördert werden.“

Wieso das vorher nicht gelungen sei, wollte Hegermann wissen. „Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Bildungspotenziale nicht optimal entwickelt werden, wenn Kinder bereits mit zehn Jahren auf unterschiedliche Schulformen aufgeteilt werden“, erklärte Ute Schäfer (SPD).

Außerdem sei die Wahrscheinlichkeit bei einem Facharzt-Kind bei gleicher Kompetenz drei Mal höher, eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen als bei einem Facharbeiter-Kind. Fazit: „Strukturverbesserungen allein bringen noch keinen Erfolg.“

Von der Einheitsschule verspricht sich Ute Schäfer, „dass eine andere Lernkultur entwickelt werden kann“. Mindestens die Klassen 5 und 6 müssten noch gemeinsam lernen. Dem widersprach Dietmar Brockes (FDP): „Es ist durch keine Studie belegt, dass längeres gemeinsames Lernen etwas bringt.“ Es gehe vielmehr darum, das bestehende System zu optimieren.

Sigrid Beer (Die Grünen) gab sich siegessicher: „Die Einheitsschule wird sich nicht aufhalten lassen, sie ist das, was die Eltern wollen.“ Hegermann sah einen Run „weg von der Hauptschule hin zur Gesamtschule“.

Ute Schäfer sah diesen Run auch vom Gymnasium Richtung Gesamtschule. Beer argumentierte, dass bundesweit alle Wiederbelebungsversuche der Schulform Hauptschule gescheitert seien.

Ute Schäfer beklagte, dass die 170 Millionen, die das Land in die Hauptschulen steckt, nicht in den Ganztagsbetrieb investiert würden: „Nach der offenen Ganztagsschule erwarten die Eltern ein Ganztagsangebot auch an den weiterführenden Schulen.“

Das pädagogische Angebot der Hauptschulen sei gut, aber diese Schulform komme bei den Eltern nicht mehr an.

 

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