Mit dem Turbo ins nächste Chaos

12.03.2008

Kölner Stadt-Anzeiger
VON HEINZ TUTT

Düsseldorf - Die Oppositionsparteien von SPD und Grünen haben gestern vor einem drohenden Desaster bei der geplanten Reform der Oberstufe an Gymnasien gewarnt. In einer Aktuellen Stunde des Landtags kritisierte die schulpolitische Sprecherin der SPD, Ute Schäfer: „Nach dem Turbo-Abi kommt als nächstes Experiment der Turbo-Lader für die Oberstufe.“ Statt zwei Leistungs- und zwei Grundkursen würden im Abitur künftig fünf Fächer auf erhöhtem Leistungsniveau geprüft.

Bislang sehe die Prüfungsordnung vor, dass ein Abiturient zwei Leistungskurse mit je fünf Stunden und zwei Grundkurse mit je drei Stunden pro Woche bis zum Abitur belegen müsse. Schulministerin Barbara Sommer (CDU) habe angekündigt, dass künftig vier Leistungsfächer und ein Profilfach mit jeweils vier Stunden Pflicht werden sollen. Darunter müssten Deutsch, Mathematik, eine Naturwissenschaft und eine Fremdsprache sein. Wie dies genau umgesetzt werden solle, habe die Ministerin aber bislang nicht erklärt, kritisierte Schäfer.

Wahlfreiheit der Schüler eingeschränkt?
Sigrid Beer, Schulexpertin der Grünen, fürchtet, dass die Fächer-Wahlfreiheit der Schüler weiter eingeschränkt werde. Zudem würden durch die Pläne Fachlehrer gebunden, die es gar nicht gebe. Scharf kritisierte Beer die Straffung der Kernlehrpläne. Es werde nicht öffentlich diskutiert, „welche Kompetenzen unsere Kinder für eine zukunftsorientierte Bildung brauchen“.

Familienminister Armin Laschet (CDU), der die Landesregierung in der Debatte für die erkrankte Schulministerin vertrat, wies die Kritik zurück. Auch CDU-Fraktionsvize Bernhard Recker betonte, es gebe einen großen Konsens mit Elternschaft und Lehrerverbänden darüber, die Lehrpläne der Schulzeitverkürzung anzupassen. FDP-Schulexpertin Ingrid Pieper-von Heiden stellte klar, es sei eine Selbstverständlichkeit, dass die Verschlankung der Lehrpläne nicht mit der Absenkung des Abiturwissens einhergehen dürfe.

 

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