Und schon droht die ''nächste Bildungskatastrophe''

12.03.2008

DerWesten

Düsseldorf. Den Gymnasiasten in NRW droht laut SPD mit der geplanten Reform der Oberstufe eine weitere Erhöhung der Leistungsanforderungen. Statt zweier Leistungs- und zweier Grundkurse würden im Abitur künftig fünf Fächer auf erhöhtem Niveau überprüft.

Nach der Schulzeitverkürzung an den Gymnasien steuere die Regierung «geradewegs in die nächste bildungspolitische Katastrophe hinein», sagte die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Ute Schäfer, am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Parlaments. «Nach dem "Turbo-Abi" kommt vermutlich der "Turbo-Lader" für die Oberstufe.» Ein Sprecher des Schulministeriums sagte, über die Einzelheiten der Reform sei noch nicht entschieden.

Bislang sehe die Prüfungsordnung vor, dass ein Abiturient zwei Leistungskurse mit je fünf Stunden und zwei Grundkurse mit je drei Stunden pro Woche bis zum Abitur belegen müsse, sagte Schäfer. Schulministerin Barbara Sommer (CDU) habe angekündigt, dass künftig vier Leistungsfächer und ein Profilfach mit jeweils vier Stunden Pflicht werden sollen. Darunter müssten Deutsch, Mathematik, eine Naturwissenschaft und eine Fremdsprache sein. Wie dies genau umgesetzt werden solle, habe die Ministerin aber bislang nicht gesagt, kritisierte Schäfer. «Sie lassen die Schulen im Nebel stochern. Unsicherheit und Ratlosigkeit machen sich breit.»

Dem widersprach der Ministeriumssprecher. Das Ministerium sei seit über einem Jahr in einer intensiven fachlichen Diskussion mit Eltern- und Lehrerverbänden und den Direktorenvereinigungen über die künftige gymnasiale Oberstufe. «Es gibt noch keine Fakten», fügte er hinzu.

Sigrid Beer: Landesregierung sei für «Kinder ohne Kindheit» verantwortlich
Familienminister Armin Laschet (CDU), der die erkrankte Schulministerin vertrat, wies Kritik an der Schulzeitverkürzung zurück. In Nordrhein-Westfalen sei die Belastung der Schüler durch das Abitur nach acht Jahren geringer als in allen anderen Bundesländern. Im Gegensatz zu Bayern, Baden-Württemberg oder Hessen habe Nordrhein-Westfalen den überwiegenden Teil der Stunden des weggefallenen Schuljahrs in die Oberstufe verlagert. Das Stundenvolumen in der Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 9) sei nur maßvoll erhöht worden. Deshalb gebe es «überhaupt keinen Grund für Schreckensszenarien von Leistungsdruck und Überlastung».

Diesen Vorwurf hatte die schulpolitische Sprecherin der Grünen, Sigrid Beer, erhoben. Der Alltag der Kinder sei «schulisch vollgestopft, ohne Rücksicht auf den Biorhythmus.» Die Landesregierung sei für «Kinder ohne Kindheit» verantwortlich.

CDU-Fraktionsvize Bernhard Recker wies darauf hin, dass der Grundsatzbeschluss zur Schulzeitverkürzung von der ehemaligen rot-grünen Koalition gefällt worden sei. Bei der Kritik von SPD und Grünen handele es sich deshalb um «Krokodilstränen.» FDP- Schulexpertin Ingrid Pieper-von Heiden sieht die Schulen in der Pflicht. Bei einer «bestmöglichen Stundenplangestaltung» und der Konzentration der Kernstunden an den Vormittagen könnten die Schüler deutlich entlastet werden. (dpa)



 

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