Bildungspolitische Revolution von unten

25.03.2008

Domradio.de

Grüne drängen auf Einführung der Gemeinschaftsschule

Die Grünen in NRW schlagen Alarm. „Immer mehr Hauptschulen an Rhein und Ruhr stehen vor dem Aus“, warnte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Sylvia Löhrmann, am Dienstag in Düsseldorf. Bereits jetzt gebe es in 54 der knapp 400 NRW-Kommunen nur noch eine Hauptschule am Ort. Damit sei künftig der wohnungsnahe Unterricht der Schüler gefährdet. Unter dem Motto „Wir lassen die Schule im Dorf!“ setzen die Grünen deshalb auf eine gemeinsame Schule für alle Schüler bis zur zehnten Klasse.

Eine Schule für alle: Grüne fordern Gemeinschaftsschule (©ddp) Durch eine Änderung des nordrhein-westfälischen Schulgesetzes könnten auch in NRW künftig sogenannte Gemeinschaftsschulen eingerichtet werden, forderte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Sigrid Beer. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) müsse sich endlich bewegen und das Problem nicht bis zur Landtagswahl 2010 aussitzen, ergänzte Löhrmann.

Gemeinschaftsschule-Modell stößt auf große Nachfrage bei Eltern
Das starre Festhalten der schwarz-gelben Landesregierung am bisherigen dreigliedrigen Schulsystem aus Haupt- und Realschule sowie Gymnasium sei falsch, sagte die Fraktionschefin. Immer mehr Kommunen und Eltern wollten nach ihrer Beobachtung ein Schulsterben durch sinkende Schülerzahlen verhindern. Hier bahne sich eine „bildungspolitische Revolution von unten“ an.

Löhrmann verwies auf das Beispiel Schleswig-Holstein. Dort können Gemeinden und Städte seit eineinhalb Jahren selbst entscheiden, ob sie eine Gemeinschaftsschule einrichten. Im laufenden Schuljahr haben die ersten sieben bereits den Unterricht aufgenommen, 49 weitere sollen nach den Sommerferien folgen. In den überwiegend CDU-regierten Kommunen sei das Modell auf eine große Nachfrage bei den Eltern gestoßen, wie die beiden grünen Bildungspolitikerinnen von einer Reise in den Norden berichteten.

Ähnliche Beispiele gebe es auch in anderen Bundesländern, sagte Löhrmann. NRW dagegen isoliere sich immer mehr und kopple sich von der bundesweiten Schulentwicklung ab. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang die Informationspolitik der Landesregierung, die aktuelle Zahlen über die Anmeldungen an den Haupt- und Realschulen nicht veröffentliche. Damit solle der der „rasante Niedergang der Hauptschulen“ verschleiert werden, ergänzte Beer.
(epd)



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