Allein die Noten der Zentral-Klausur zählen

12.04.2008

© 2008 Neue Westfälische
Paderborner Kreiszeitung

Sigrid Beer zu Besuch in der Rudolf-Steiner-Schule

Borchen-Schloss Hamborn. Die Paderborner bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Sigrid Beer nutze eine Aktion der Arbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen zu einem Informationsbesuch bei der Rudolf Steiner Schule in Schloss Hamborn.

Anlass für die Aktion waren die Pläne des nordrhein-westfälischen Schulministeriums, die Waldorfschulen bei den zentralen Abschlussprüfungen zu benachteiligen. Denn dort sollen künftig allein die Noten der zentralen Klausuren die Endnote des Hauptschulabschlusses oder der Fachoberschulreife bilden. Was in der Schule vorher im Schuljahr geleistet wurde, spielt keine Rolle. Ganz anders als bei Schülern öffentlicher Schulen: bei diesen bilden die Ergebnisse aus den zentralen Klausuren in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch nur eine Hälfte der Abschlussnote, die andere Hälfte errechnet sich aus den so genannten Vornoten, berücksichtigt also auch Leistungen der Schüler aus dem Schuljahr.

Dr. Achim Geldmacher, Oberstufenlehrer der Rudolf-Steiner-Schule Schloss Hamborn, machte klar, dass sich die Waldorfschulen keineswegs gegen einen Vergleich der Leistungen der Schüler im Land wenden, sondern dass es bei dem Protest um zwei Fragen geht:

¦ Warum sollen nicht alle in den Richtlinien geforderten Kompetenzen in die Note einfließen, also insbesondere mündliche kommunikative Kompetenzen? Dies ist in anderen Bundesländern möglich, wieso nicht in NRW?

¦ Wieso gibt es keine Möglichkeiten, wie etwa beim Zentralabitur, eventuelle unerwartete schwächere Leistungen durch eine Nachprüfung zu verbessern?

Sigrid Beer zeigte großes Verständnis für diese Positionen: „Schülerinnen und Schüler auf eine punktuelle Leistung festzulegen ist ungerecht und unpädagogisch.“ Im Zuge der Neuregelung der Vergabe der Abschlüsse plane die Landesregierung darüber hinaus auch einen gravierenden Einschnitt in die Arbeit der heilpädagogischen Waldorfschulen, die künftig ein Schuljahr weniger Zeit als bisher zu dieser Abschlussprüfung haben sollen. Gerade in Schloss Hamborn habe sich gezeigt, dass die in vielen Fällen besonders benachteiligten Schüler durch eine intensive schulische Betreuung in Verbindung mit einer beruflichen Orientierung nach Abschluss der Schulzeit das Ziel der Landesregierung, nämlich möglichst viele Schüler ausbildungsfähig zu machen, erreichen. Durch die Verkürzung der Zeit wird es vielen der Schüler der Rudolf Steiner Schule nicht möglich sein, ihre Defizite so weit wie gefordert abgebaut zu haben, so Geldmacher.

Sigrid Beer hat, keinerlei Verständnis für die „Regelungswut“ des Ministeriums: „es gibt keinen gesetzlichen Zwang für das Ministerium so zu agieren. Es, wäre besser, sich durch Besuche vor Ort von der Qualität der Waldorfschulen zu überzeugen.“

 

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