Kopfnoten kommen Eilantrag der SPD-Opposition abgewiesen

14.05.2008

Landesregierung hält an umstrittenen Bewertungen des Schülerverhaltens fest - Eilantrag der SPD-Opposition abgewiesen

ad hoc news
Von Martin Teigeler

Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Landtag einen Eilantrag der SPD zur sofortigen Abschaffung der Kopfnoten abgelehnt. «Alle Schüler können durch ihr Verhalten Kopfnoten bekommen, auf die sie stolz sein können», sagte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Die Noten seien eine «gute Ergänzung». Damit werden die Benotungen für das Sozial- und Arbeitsverhalten der Schüler wie geplant auf den Abschlusszeugnissen für das Schuljahr 2007/2008 stehen. Im Herbst werde es aber «selbstverständlich» eine Überprüfung der Kopfnoten-Reform geben, sagte Sommer.

Düsseldorf (ddp-nrw). Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Landtag einen Eilantrag der SPD zur sofortigen Abschaffung der Kopfnoten abgelehnt. «Alle Schüler können durch ihr Verhalten Kopfnoten bekommen, auf die sie stolz sein können», sagte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf.

Die Noten seien eine «gute Ergänzung». Damit werden die Benotungen für das Sozial- und Arbeitsverhalten der Schüler wie geplant auf den Abschlusszeugnissen für das Schuljahr 2007/2008 stehen. Im Herbst werde es aber «selbstverständlich» eine Überprüfung der Kopfnoten-Reform geben, sagte Sommer.

Das «Experiment Kopfnoten» müsse gestoppt werden, hatte zuvor die SPD-Bildungsexpertin Renate Hendricks gefordert. Den Schulen drohe nach der Zeugnisausgabe in diesem Jahr eine Flut von Widersprüchen und Klagen. Für die Schulabgänger des Jahres 2008 bestehe «die Gefahr, dass sie als einziger Jahrgang mit lebenslanger Wirkung Kopfnoten auf dem Zeugnis mit sich schleppen». Diese Schüler hätten schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Die Kopfnoten waren auf den Halbjahreszeugnissen des laufenden Schuljahres erstmals an rund 2,5 Millionen Schüler vergeben worden. Benotet werden nun auch auf den Abschlusszeugnissen Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit/Sorgfalt, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit der Schüler.

Die FDP-Bildungspolitikerin Ingrid Pieper-von Heiden verteidigte die Sozialbewertungen, deutete aber Veränderungsbereitschaft an. «Wir sind nicht so borniert, dass wir aus den ersten Erfahrungen mit den Kopfnoten nicht lernen werden», sagte die Liberale. Man halte das Instrument der Kopfnote aber grundsätzlich für eine wichtige Ergänzung der pädagogischen Mittel. Nach der Zeugnisvergabe werde es deshalb ein «Feintuning» geben, sagte Pieper-von Heiden.

Kopfnoten würden vor allem ohnehin benachteiligte Schüler aus Problemfamilien zusätzlich in ihrer Entwicklung behindern, sagte die Grünen-Politikerin Sigrid Beer. «Dieser schulpolitische Unfug muss sofort aufhören», forderte die Abgeordnete. Auch die Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE) erneuerte die Kritik an den Kopfnoten. Die Ministerin müsse dringend auf die Kritik reagieren und einen runden Tisch einrichten, sagte VBE-Landeschef Udo Beckmann.

Schülervertreter und Lehrergewerkschafter kritisieren seit Monaten Ungerechtigkeiten bei der Notenvergabe. Je nach Schule hatten sich Lehrerkollegien demnach darauf verständigt, als Standardnote für das Betragen die Note «Gut» zu vergeben. An anderen Schulen wird dagegen obligatorisch mit «Sehr Gut» benotet, falls der Schüler nicht negativ aufgefallen ist.

(Quellen: Sommer, Hendricks, Pieper-von Heiden und Beer im Düsseldorfer Landtag; Beckmann in Mitteilung)

ddp/mte/uge



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