Unlösbare Doppelpyramide

14.05.2008

MÜNSTER Die Klausuren zum Zentralabitur vor vier Wochen begannen für viele Schüler mit einem Schock. Stein des Anstoßes war eine Mathematik-Aufgabe, die inzwischen unter dem Namen „Oktaeder-Aufgabe“ (Doppelpyramide) bekannt ist und nach Ansicht der Schüler für sie nicht zu lösen war.

Das ist an sich nichts Ungewöhnliches. Aber selbst Lehrer kritisierten die vom Land getroffene Auswahl der Aufgaben.
Im Internet setzte sich eine Welle in Gang, auf die gewiss auch jene Schüler aufsprangen, die schlicht die Chance für eine bessere Note sehen. Immerhin verzeichnet die Unterschriftenliste auf der Seite matheboykott.de.vu inzwischen mehr als 2000 Einträge, darunter viele aus Münster. Schüler und Eltern wollen die Anhebung des Notenschnitts im Mathematik-Abitur erreichen. Die Begründung der Initiatoren der Aktion: Die Aufgaben seien zu „anspruchsvoll und vor allem im Hinblick auf den Umfang zu lang gewesen“.

Eine Aufgabe

Ulla Lütkehermölle, Sprecherin der Bezirksregierung Münster, sagt: „Die Aufgaben waren schwierig, aber für das Niveau angemessen.“
Schulministerin Barbara Sommer (CDU) hat sich ebenfalls bereits zu den Vorwürfen geäußert. Sie spielt den Ball an die Lehrer zurück. „Als Lehrerin würde ich keine Aufgabe auswählen, auf die ich die Schüler nicht vorbereitet habe“, sagte sie in einem Zeitungsinterview. Es gehe lediglich um eine Aufgabe von acht im Leistungskurs, die alle im Vorfeld sorgfältig erprobt worden seien. Die Lehrer hätten daraus drei für ihre Klasse auswählen müssen. Überraschenderweise sieht selbst Bezirksschülersprecher Jan Utterodt kein Problem in der kritisierten Mathe-Aufgabe.


Frage 204

Er bezeichnet sie als „schwer, aber schaffbar“. Nur 15 Prozent der Schüler hätten die Aufgabe als zu schwer empfunden. In einer Fragestunde des Landtags stand das Mathe-Abitur gestern als Frage 204 auf der Tagesordnung. Die Grünen-Abgeordnete Sigrid Beer wollte Schulministerin Sommer fragen, wie die Landesregierung auf die Kritik an den Aufgabenstellung reagieren wolle, doch die Sitzung verzögerte sich. Barbara Sommer hat nun angekündigt, schriftlich auf die Frage zu antworten.




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