Zentralklausuren lösen Klagewelle aus

19.05.2008

Von Bernhard Liedmann
Westfälisches Volksblatt

Bündnisgrüne unterstützen Protest der Paderborner Schulen gegen das
»Turbo-Abitur«

Kreis Paderborn (WV). Eine Klagewelle auch im Paderborner Land vor den Verwaltungsgerichten gegen die Zentralklausuren befürchtet die Landtagsabgeordnete der Bündnisgrünen Sigrid Beer.

Ihre Befürchtung einer Flucht vieler Eltern in die Nachhilfe angesichts des »Turbo-Abiturs» sieht sie in der jüngsten Äußerung der Schulpflegschaft des Bürener Liebfrauen-Gymnasiums bestätigt (wir berichteten).
Am Rande einer Protestaktion der Bündnisgrünen in der Paderborner Innenstadt sieht die Landtagsabgeordnete auch auf die Paderborner Schullandschaft mit den neun Gymnasien und etwa 7000 Schülern Probleme zukommen. Für die Ganztagsbetreuung wolle derzeit das Land 100 000 Euro pro Gymnasium und 100 000 Euro pro Schulträger zur Verfügung stellen. Das reiche beispielsweise angesichts des Mensa-Neubaus zwischen dem Pelizäus- und Reismann-Gymnasiums über Gesamtkosten von mehr als zwei Millionen Euro keinesfalls aus. Hier würden die Schulträger auf den Kosten sitzen bleiben.

Landesweit sollen nur 54 Einrichtungen für die Ganztagsbetreuung bezuschusst werden. Ob damit in Stadt und Kreis Paderborn jeweils eine Schule überhaupt in den Genuss der Förderung kommen wird, sei fraglich.
Regelrechte Leistungseinbrüche seien bei den zentralen Mathematik-Klausuren zu verzeichnen gewesen. Das breite Abrutschen über mehrere Noten könnten auch die Lehrer nicht »unter der Hand regeln«, so Beer. Hier sei eine Klagewelle gegen die Aufgabenstellungen zu befürchten. Landesweit gebe es bereits eine Schülerbewegung gegen das Zentral-Abitur, der sich 1600 Schüler angeschlossen hätten.

Beer unterstützte beim Besuch in Paderborn den Protest der Bürener Schulpflegschaft und fürchtet eine massive Flucht in die Nachhilfe. Die hatte nach dem Elternprotest der Paderborner Gymnasien auch der Vorsitzende der Liebfrauen-Schulpflegschaft Dr. Wolfgang Ehlert prognostiziert. Die Nachhilfe werde über den finanziellen Nebeneffekt die Chancengleichheit an den Schulen verringern, war eine Kritik Ehlerts.
Beer registriert auch im Paderborner Land den zunehmenden Wunsch bei den Schulen nach der Wahlfreiheit, ob nach acht oder neuen Jahren das Abitur erreicht wird. Massiv sei vor allem die fehlende Mittagsversorgung von Schülern angesichts der Straffung von Unterrichtsstunden in den Nachmittag hinein zu kritisieren.

 

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