NRW bekommt gute Noten für Schulreform

27.05.2008

AZ-WEB.DE

Köln. Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat die Schulpolitik der Landesregierung gelobt. «Nordrhein-Westfalen ist Spitzenreiter einer Gruppe von fünf Bundesländern, die ihre schulpolitischen Hausaufgaben besonders gut erledigt haben», hieß es in einer Mitteilung am Dienstag. Vor allem die Einführung von zentralen Prüfungen habe zu einer Qualitätssteigerung geführt. Die Studie «Politik-Check Schule» entstand im Auftrag der arbeitgebernahen «Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft». Lehrerverbände kritisierten dagegen die Studie und die Schulpolitik. Die Kölner IW-Forscher hatten in einer Vergleichsstudie die Reaktionen der 16 Bundesländer auf den sogenannten PISA-Schock untersucht. Neben NRW verbesserten demnach Berlin, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern in den letzten Jahren ihre Schulpolitik. Die fünf Länder erhielten vom IW die Note «gut». Als beispielhaft belobigt wurden etwa die vorschulischen Sprachtests von Kleinkindern und die Sprachförderung für junge Migranten in NRW.

«Ich bin stolz auf die Anerkennung für die nordrhein-westfälische Reformpo­litik der letzten drei Jahre», sagte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) in Düsseldorf.

«Wir haben mit unserem Schulgesetz die Weichen in der Schulpolitik neu ge­stellt: Es steht für mehr pädagogische Freiheit und schulische Frei­räume, für mehr Verantwortung vor Ort und weniger Detailsteuerung von oben», erklärte sie. Vor allem aber habe das Schulgesetz die individuelle Förderung eines jeden Kindes in den Mittelpunkt gerückt.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bezeichnete die Untersuchungsergebnisse dagegen als «zweifelhaftes Unternehmerlob für die schwarz-gelbe Schulpolitik». In der Studie werde «doch nur die Ankündigungspolitik der Regierung und nicht die wirkliche Entwicklung in den Schulen zum Maßstab der Bewertung gemacht», kritisierte GEW-Landeschef Andreas Meyer-Lauber.

Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) meldete Bedenken gegen die Ergebnisse der Erhebung an. Zweifellos sei die Regierung in der Schulpolitik «nicht untätig» gewesen, sagte der VBE-Landesvorsitzende Udo Beckmann. Während beispielsweise beim Ausbau des Ganztagsunterrichts Fortschritte erzielt worden seien, lasse die Landesregierung aber leider keine Veränderungen im Schulsystem zu.

Die SPD reklamierte die gute Bewertung der Schulpolitik für sich. «Das Lob kommt zwar spät, dennoch sind wir erfreut», sagte die SPD-Bildungsexpertin Renate Hendricks. Die Studie belegt, dass Rot-Grün nach der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 «die richtigen bildungspolitischen Weichenstellungen vorgenommen hat». Von Schülern, Eltern und Lehrern erhalte die nordrhein-westfälische Schulpolitik «keine guten Noten», sagte die Grünen-Landtagsabgeordnete Sigrid Beer.

Der Schulalltag sei geprägt von der Unzufriedenheit über «Kopfnoten, vermasseltes Zentralabitur und einem Ganztag ohne Ganztagsausstattung». Auch die individuelle Förderung bleibt laut Beer «Papierform im Schulgesetz».



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