Abiturienten dürfen Klausuren nachschreiben

06.06.2008

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Düsseldorf/Essen (ddp-nrw). Angesichts von Beschwerden über unlösbare Aufgaben beim Zentralabitur sollen betroffene Schüler Klausuren nachschreiben dürfen. «Wo nachgewiesen wird, dass der Stoff einer Abituraufgabe vorher nicht im Unterricht behandelt worden ist, sollten Schüler die Möglichkeit haben, die Arbeit nachzuschreiben», sagte Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Schülervertreter sowie die Opposition im Düsseldorfer Landtag lehnten den Vorschlag der Ministerin am Freitag als unbrauchbar ab.

Voraussetzung für eine zweite Chance soll nach Angaben von Sommer sein, dass der Abiturient Einspruch gegen die Klausur einlegt. Das gelte nicht nur für das Fach Mathematik, in dem es die meisten Klagen gibt. Die Schulaufsicht werde dann nachforschen, etwa anhand der Klassenbücher, ob der Vorwurf berechtigt sei.

Laut einer Umfrage des Schüler-Internetportals spickmich.de muss in Mathematik jeder zweite Abiturient in die Nachprüfung, weil die Klausurnote deutlich von der bisherigen Note abweicht. Landesschülersprecher Horst Wenzel forderte die Ministerin zu einer Entschuldigung auf. Dies lehnte Sommer ab: «Man kann sich nur für etwas entschuldigen, wenn man bewusst einen Fehler gemacht hat.»

spickmich.de-Chefredakteur Bernd Dicks kritisierte derweil den von Sommer vorgeschlagenen Weg als «viel zu bürokratisch». Zudem dauere das Verfahren viel zu lang und gehe «eindeutig am Kern des Problems» vorbei. Die betroffenen Schüler bräuchten jetzt ihre endgültige Abiturnote und nicht erst, wenn die Anmeldefristen für die Universitäten vorbei sind.

Auch SPD-Fraktionsvize Ute Sommer sagte, der von Sommer präsentierte Vorschlag helfe den betroffenen Schülern nicht. Zudem sei er unpraktikabel, da unklar sei, wie und wann das alles geschehen solle. Aktuell stünden die Nachprüfungen an, kurz darauf die Sommerferien.

Die Bildungsexpertin der Grünen im Düsseldorfer Landtag, Sigrid Beer, sagte, den Abiturienten nütze der Vorschlag der Ministerin nur dann, wenn sie die Klausuren zeitnah nachschreiben könnten und das Abiturzeugnis entsprechend korrigiert werde. Sowohl die SPD-Politikerin als auch Beer kritisierten, dass sich der Verdacht aufdränge, die Ministerin wolle den Schwarzen Peter den Lehrern zuschieben. Fest stehe indes, dass die Aufgaben zum Teil fehlerhaft sowie falsch gestellt gewesen seien und nicht immer zu den tatsächlichen Unterrichtsinhalten in den Schulen gepasst hätten.

(ddp)

 

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