Sommer verteidigt Zentralabitur

 

17.06.2008

WZ newsline
von Wibke Busch

Fast 1900 Schüler schreiben am Dienstag erneut die Mathe-Klausuren.

Düsseldorf. Für fast 1900 Schüler in Nordrhein-Westfalen ist heute der Tag der Wahrheit: Sie schreiben erneut die umstrittenen Mathe-Klausuren des Zentralabiturs. Damit erhöhte sich die Zahl über das Wochenende: Das Düsseldorfer Schulministerium hatte zunächst rund 1700Schüler gemeldet, die die Klausuren erneut schreiben wollen.

Opposition: Vertrauen in das Zentralabitur ist erschüttert
Für NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) war bereits gestern der Tag der Wahrheit. In einer Sondersitzung des Landtags-Schulausschusses musste sich die Politikerin unangenehmen Fragen der Opposition stellen. Sommer hatte den heutigen Nachschreibetermin in der vergangenen Woche angekündigt, nachdem sich die Klagen über die Mathe-Aufgaben zu den Themen Geometrie und Wahrscheinlichkeitsrechnung gehäuft hatten.

SPD und Grüne hielten der Ministerin insbesondere vor, nicht schnell genug auf die Klagen über die Mathe-Aufgaben reagiert zu haben. Möglicherweise hätten sich noch mehr Schüler für den Nachschreibetermin gemeldet, wenn das Ministerium schneller gehandelt hätte, kritisierte SPD-Fraktionsvize Ute Schäfer.

Sommer habe nun ein „Glaubwürdigkeits- und Autoritätsproblem“ an den Schulen. Die Bildungsexpertin der Grünen, Sigrid Beer, betonte, die Maßnahme sei gut fünf Wochen zu spät gekommen. Nun sei das Vertrauen in das Zentralabitur „nachhaltig erschüttert“.

Sommer dagegen wies erneut jegliche Kritik zurück. Bei insgesamt rund 34000 Schülern, die im Fach Mathematik geprüft worden seien, könne von den „angeblich Tausenden benachteiligter Abiturienten“ keine Rede sein. „Wer von Chaos oder Desaster redet, hat jedes Gefühl für Verhältnismäßigkeit verloren“, reagierte die CDU-Politikerin auf die Vorhalte der Opposition.

Auch seien die Aufgaben „lösbar und angemessen“ gewesen. Allerdings, so räumte Sommer ein, habe es an einigen Schulen eine ungewöhnlich hohe Zahl an Schülern gegeben, die Probleme mit den Mathe-Aufgaben hatten. Diese erhielten nun eine „faire zweite Chance“. „Das Abitur 2008 besteht“, so Sommers Fazit. Die CDU-Fraktion warf der Opposition sogar „politischen Klamauk“ vor.

Vor allem Gesamtschüler nutzen zweite Chance beim Mathe-Abitur
Nach Angaben der Ministerin wiederholen an den Gesamtschulen rund zehn Prozent der Abiturienten die Klausuren in den Grund- und Leistungskursen Mathematik, an den Gymnasien seien es fünf Prozent der Grundkurs- und vier Prozent der Leistungskurs-Schüler.

Für das Zentralabitur 2009 kündigte Sommer Konsequenzen an. Das Ministerium werde sehr genau überprüfen, wie die Schulen weiter unterstützt werden könnten. Der Opposition reichten die Erklärungen der Ministerin erwartungsgemäß nicht. Die Schulministerin bleibe „uneinsichtig“, warf ihr Schäfer vor.

 

zurück

Information: Wie die Presseresonanz von uns gepflegt wird

 

Aus medienrechtlichen Gründen können wir keine vollständigen Presseresonanzen auf dieser Homepage abbilden. So weit es uns möglich ist, stellen wir die entscheidenen Passagen zu Sigrid Beer dar und verweisen per Link auf die vollständigen Publikationen bei ihren Herausgebern.

Es ist möglich, dass einige Links aufgrund dieser Verfahrensweise nach einiger Zeit nicht mehr funktionieren können. Wir bitten dies zu entschuldigen.