Protest zeigt erste Wirkung

20.06.2008

ksta.de
VON HEINZ TUTT

5000 Schüler waren angekündigt - am Ende waren es dann doch nur ein paar Hundert, die am Freitag in Düsseldorf gegen Kopfnoten auf Zeugnissen protestierten. Auf der Wiese vor dem Landtag stellten sich lediglich die Grünen-Abgeordneten Sylvia Löhrmann und Sigrid Beer den Fragen der Jugendlichen.

Schüler demonstrieren in Düsseldorf vor dem Hauptbahnhof gegen die sogenannten Kopfnoten. (Bild: ddp)DÜSSELDORF - Fehlanzeige hingegen bei Vertretern der SPD, die am Vortag noch gemeinsam mit den Grünen gegen Kopfnoten im Landtag votiert hatten. Sie waren nach der Landtagssitzung vermutlich schon ins Wochenende abgereist.

Beer gab sich vor den Schülern optimistisch, dass die umstrittenen Noten schon bald wieder abgeschafft werden könnten. Ihre Hoffnung begründete sie dabei darauf, dass landesweit 273 Schulen in kirchlicher Trägerschaft zum Schuljahresende auf die Vergabe der umstrittenen Kopfnoten verzichten könnten, ohne Sanktionen durch das NRW-Schulministerium befürchten zu müssen.

Christliche Bedenken

Noch im April hatte Staatssekretär Günter Winands angekündigt, die Vergabe von Kopfnoten in katholischen und evangelischen Schulen notfalls gerichtlich durchsetzen zu wollen. Die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) hatte die Vergabe von Ziffernkopfnoten abgelehnt, weil es mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar sei, „Persönlichkeit in Schulnoten zu messen“. Ziffernoten zum Arbeits- und Sozialverhalten seien „pädagogisch und rechtlich fragwürdig“.

Die schulpolitische Sprecherin der SPD, Ute Schäfer, sagte am Freitag, „der Widerstand der Kirchen zeigt Wirkung“. Der Protest werde immer heftiger. Ministerin Barbara Sommer (CDU) stelle jedoch die Ohren auf Durchzug und versuche, das Problem auszusitzen. „Dabei hat sie gerade erst beim Zentralabitur erlebt, dass das nicht klappt. Die Ministerin zeigt, dass sie nicht lernfähig ist“, so Schäfer. Lehrergewerkschaften liefen ebenso Sturm gegen Kopfnoten wie Elternverbände. Mittlerweile sei der Protest auch in den Bezirksregierungen angekommen, berichtete Schäfer. „Allein bei der Bezirksregierung Münster sollen bereits 800 Widersprüche von Schülerinnen und Schülern gegen ihre Kopfnoten eingegangen sein.“

 

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