Nicht mit Kopf durch die Wand

08.07.2008

Westfalen-Blatt

Sigrid Beer: Ausbau B 1 zu teuer

Paderborn (WV). »Es reicht, wenn Unfug beschlossen wird, man muss ihn nicht noch auf Gedeih und Verderb umsetzen.« Das ist das Fazit, das die Landtagsabgeordnete Sigrid Beer (Grüne) in Bezug auf den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der B 1 und die Gut Warthe-Problematik zieht.
»Ich bedaure es sehr, dass ein zweiter Petitionstermin vor Ort von der Fraktion der CDU im Petitionsausschuss kategorisch abgelehnt worden ist. Sie wollten sich mit dem Ergebnis der Planfeststellung und der Gestaltung der Nebenbestimmungen nicht mehr auseinandersetzen. So blieb es schließlich bei dem am 30. Mai verabschiedeten Petitionsbeschluss, der allerdings auch Kritik am Verfahren bis zur Planfeststellung deutlich machte und das Engagement der Petenten ausdrücklich hervorgehoben und gewürdigt hat«, so Beer. Die Petition sei damit abgeschlossen.

Die Politik müsse vor Ort versuchen, die Reißleine zu ziehen. »Gerade aus meiner Erfahrung muss ich zu dem Schluss kommen: Es gibt größere Straßenverkehrsprobleme mit weitaus höherem Gefährdungspotential in NRW als auf diesem B1-Abschnitt.«

Planungen, die vor Jahrzehnten gemacht worden seien, bildeten die heutigen Problemlagen nicht mehr ab.

Hier solle viel Geld unnütz verbaut werden. Wenn schon ökologischer und ökonomischer Unfug beschlossen werde, müss man ihn nicht noch »mit dem Kopf durch die Wand« umsetzen.

Unbestritten bleibe, so Sigrid Beer: »Der Straßenbelag ist sanierungsbedürftig, die Lärmbelastung muss vermindert werden. Das erreicht man über die Aufbringung von Flüsterasphalt und Lärmschutzmaßnahmen, ohne dass die Straße aufwändig tiefer gelegt werden muss. Es muss zudem eine sichere Überquerung der B 1 mit dem Rad von Wewer Richtung Elsen möglich sein. Der vierspurige kreuzungsfreie Ausbau ist aber unnötig. Die B 1 darf nicht zur neuen Rennstrecke werden. Wer das propagiert, macht die Augen zu vor der Energie- und Mobilitätskrise, in der wir längst stecken.«

Wir brauchten andere, intelligentere Verkehrskonzepte für den Individualverkehr und auch eine andere Transportlogistik. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung sei es geradezu fahrlässig, die Steinzeit-Mobilitätskonzepte fortzuschreiben und mehr als zehn Millionen Euro an der B1 zu verbuddeln, und dabei gleich noch Auswirkungen auf das Grundwasser und den Verlust wertvoller Fläche zu riskieren, stellt die Landtagsabgeordnete fest.

 

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