Neue Töne zur Zukunft der Schule

23.08.2008

Neue Westfälische
Paderborner Kreiszeitung

Am 13. September Bildungskongress der Heinrich-Böll-Stiftung in Elsen

Paderborn (st). Englischunterricht schon für I-Dötze. Zu Beginn des zweiten Halbjahres wird diese größte Neuerung des Schuljahres 2008/2009 in Nordrhein Westfalen eingeführt. Nach Meinung der Landtagsabgeordneten Sigrid Beer, der schulpolitischen Sprecherin der Grünen im Düsseldorfer Landesparlament, wäre das Geld, das diese Neuerung im Stundenplan der Erstklässler kostet, sinnvoller angelegt, wenn es für die Bildung kleinerer Eingangsklassen verwendet würde.
Um schulpolitische Prioritäten wie diese geht es bei dem Bildungskongress „Schule der Zukunft“, den die Heinrich-Böll-Stiftung Nordrhein-Westfalen am Samstag, 13. September, von 11 bis 17 Uhr in der Gesamtschule Elsen ausrichtet.

Der staatliche Bildungsträger, der hauptsächlich Weiterbildung im Bereich Politik und Gesellschaft organisiert, steht den Grünen nahe. ,,Viele aktuelle Themen der Schulpolitik stehen auf der Agenda“, kündigten Sigrid Beer und Kerstin Haarmann von den Paderborner Grünen, die ehrenamtliches Vorstandsmitglied der Heinrich-Böll-Stiftung NRW ist, gestern auf einer Pressekonferenz an. Der Bildungs-Kongress, zu dem etwa 100 Teilnehmer erwartet werden, ist die erste Veranstaltung dieser Stiftung in Paderborn. Die Initiative dafür ist von den Paderborner Grünen ausgegangen. Die Referenten kommen aus ganz NRW.

Ist jahrgangsübergreifender Unterricht eine Lösung, um für kleinere Ortschaften das Überleben einer einzügigen Grundschule zu sichern? Welche Kooperationen sind in der Sekundarstufe I erforderlich, um die weiterführende Schule für ländliche Bereiche zu erhalten? Fragen wie diese werden der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, und der Bevölkerungs- und Wirtschaftswissenschaftler Dr. Hans-Joachim Keil im Forum ,,Bleibt die Schule im Dorf?“ in den Blick nehmen. Es wird von Sigrid Beer moderiert.

Im Forum „Menschenrecht auf Bildung! Wer darf dabei sein?“ geht es unter anderem um gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern.
„Morgens Schule – nachmittags Verwahrung?“ heißt das Forum zur Ganztagsschule. Unter den Referenten ist Heinz Dobler, der didaktische Leiter der Gesamtschule Elsen. In diesem Forum dürfte auch das neue Mensakonzept dieser gastgebenden Schule zur Sprache kommen. Sigrid Beer: „Viele Gymnasien und Realschulen wollen Ganztagsangebote machen, haben dafür aber keine Infrastruktur.“

Über welche persönlichen und sozialen Kompetenzen der Lehrer von morgen verfügen muss, wird im Forum „Schicksal Lehramtsausbildung?“ erörtert. Hier referieren der Bielefelder Schulpädagoge Professor Dr. Eiko Jürgens und Reinhold Schiffers vom Landesvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Dieses Thema sei für alle Hochschulstandorte, an denen Lehrer ausbildet werden, von großem Interesse – und damit auch für Paderborn, sagte Beer.

Ums liebe Geld geht es im Abschlussforum „Was ist uns Bildung wert?“. Es diskutierten Dr. Manfred Beck, Beigeordneter der Stadt Gelsenkirchen, Sylvia Lohrmann, Fraktionschefin der Grünen im Landtag, und Dr. Axel Plünnecke vom Institut der deutschen Wirtschaft (Köln).

Zum Auftakt des Bildungskongresses werden auch der Paderborner Schuldezernent Wolfgang Walter und die Leiterin der Elsener Gesamtschule, Anne Greipel-Bickel, das Wort ergreifen.

Dass es ,,kein dröger Fachkongress“ (Beer) wird, garantiert der Musikcoach Dr. Frank Henn.

Bei ihm dürfen die Teilnehmer selbst aktiv werden und dem Thema Schule buchstäblich neue Töne entlocken.

 

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