Grüne prophezeit das Ende der Hauptschule

13.09.2008

nw-news.de

Diskussionsrunde mit der Landtagsabgeordneten Sigrid Beer

Sigrid Beer, die bildungspolitische Sprecherin der Bündnisgrünen im nordrhein-westfälischen Landtag. Auf Einladung der Bünder Grünen erläuterte sie im "Weltweit" ihre bildungspolitischen Vorstellungen.

Beer kritisierte, dass die Landesregierung nur je 54 Gymnasien und Realschulen pro Jahr in den Ganztag bringen will. "Es reicht nicht aus, nur ein Gymnasium pro Kommune als Ganztagsschule aufzubauen." Die Ganztagsschule biete der Familie Entlastung und verhindere, dass die Eltern sich zu den "Nachhilfelehrern der Nation" entwickelten. Im Zuge des Ganztages fordert die Bündnisgrüne ein Recht auf ein warmes Schulessen pro Tag. "Die Verpflegung von Kindern, die aus ALG-II–Familien kommen, soll das Land zahlen, was Kosten von rund 150 Millionen Euro jährlich bedeutet. Das Problem "Schulessen" betreffe auch die Stadt Bünde, hieß es in der Runde, an der neben Grünen-Fraktionschef Elmar Holstiege auch CDU-Bürgermeisterkandidat Achim Mailänder teilnahm. Während im Schulzentrum Nord ein Mensabetrieb eröffnet worden sei, könne das Gymnasium am Markt diese Möglichkeit nicht bieten, obwohl auch das GaM durch das verkürzte ("Turbo-")Abitur faktisch eine Ganztagsschule geworden sei.

Beer brach eine Lanze für die wohnortnahe Grundschule. Auch in Bünde versuche man, alle Grundschulen zu erhalten. So kooperierten die Grundschulen Holsen und Ahle, weil die Schülerzahlen in Ahle zu gering sind. Ein weiteres Problem, das auf die Grundschulen zukomme, sei die Gefahr von "Brennpunktschulen". Durch die Aufhebung der Schulgrenzen, könnten Eltern nun selbst bestimmen, welche Grundschule ihre Kinder besuchen sollen. Das Szenario von "Migranten- und Elitegrundschulen" gelte es zu verhindern, so Beer.

Auch im Bereich der weiterführenden Schulen möchte Beer Veränderungen herbeiführen. Ihr Ziel ist es, Schulverbünde zu gründen, diese auszubauen und die Gründung von Gemeinschaftsschulen zu ermöglichen. Das sei deshalb nötig, weil Haupt- und Realschulen mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen haben.

Den Bündern riet die Parlamentarierin, die Hauptschule in eine weitere Gesamtschule zu verwandeln. "Die Hauptschule ist nicht mehr lebensfähig und kann nicht mehr gehalten werden". Eine andere Möglichkeit sei, so Beer weiter, sich an dem Modell der Gemeinden Horstmar und Schöppingen, zu orientieren. Das heißt, dass die Hauptschule und die Realschule Bünde Mitte aufgrund ihrer räumlichen Nähe zusammengeführt werden. Dadurch könne der Realschule der Ganztag ermöglicht werden, die Schüler könnten die Mensa in der Hauptschule nutzen. Haupt- und Realschule würden eine Gemeinschaftsschule bilden, in der ein gemeinsamer Unterricht bis Klasse 8 erteilt wird. Das Modell scheiterte aber , so Beer, "weil die Landesregierung sich quer gestellt hat."

 

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