Lehrerausbildung reformieren

16.09.2008

2008 Neue Westfälische
Paderborner Kreiszeitung
VON JULIA GRAVENSTEIN

Paderborn-Elsen. „Bildung ist ein Thema, was uns allen unter den Nägeln brennt“, sagt Sigrid Beer, Landtagsabgeordnete und bildungspolitische Sprecherin der Grünen. Das hat man auch auf dem Bildungskongress „Schule der Zukunft“ der Heinrich Böll Stiftung NRW gemerkt.

Etwa 140 Teilnehmer trafen sich am Samstag von 11 bis 17 Uhr, um sich über den Bildungsteilbereich Schule auszutauschen. Dabei wurde in vier verschiedenen Foren „heiß diskutiert“, wie Kerstin Haarmann, Vorsitzende der Heinrich Böll Stiftung resümiert.

So zum Beispiel über die Frage „Was ist uns Bildung wert?“ Dr. Axel Plünnecke vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln meint: „Die Rendite in Bildung ist größer als die Rendite von Staatsanleihen.“ Das momentane gegliederte Schulsystem sei jedoch komplett undurchlässig und ließe nur Abstiegs- jedoch kaum Aufstiegsmöglichkeiten zu. So ist die Quote der Abiturienten in OWL deutlich unter dem Landesdurchschnitt in NRW. „Hätten wir nicht so viele Zuzüge von Spätaussiedlern, dann wären den Hauptschulen in NRW schon vor 15 Jahren die Schüler ausgegangen“, stellt Dr. Hans-Joachim Keil, Bevölkerungs- und Wirtschaftswissenschaftler, fest. Auch der Anteil höherwertiger Abschlüsse von Migranten liegt hier in OWL weit unter dem Durchschnitt von NRW. Auf dem Kongress wurde schnell deutlich: Hier wünscht man sich eine Zusammenführung der Schulen und mehr Gestaltungsfreiheit von der Landesebene. Vor allem die Situation an Gesamtschulen müsse verbessert werden.

Ein besonderes Augenmerk lag auch auf der Förderung von Kindern mit Behinderung. „Es gibt Studien über die Lerneffektivität in integrativen Schulen“, erklärt Sigrid Beer, „in solchen Schulen profitieren nicht nur die Kinder mit Behinderung von dem gemeinsamen Lernen“.

Für effektives Lernen sind aber auch qualifizierte Lehrkräfte notwendig. Ein brisantes Thema, zu dem vor allem Eltern viel erzählen konnten. „Viele Kinder gehen wegen der Lehrkraft nicht gerne zur Schule, so etwas darf nicht sein“, kritisiert Beer. Unterschiedliche Leistungsniveaus, schlechte Lernergebnisse aufgrund der Lehrkräfte, so etwas müsse verhindert werden. „Wir brauchen einen ganz neuen Entwurf zur Lehramtsausbildung“, folgert sie. Ausdiskutiert ist das Thema Bildung an Schulen noch lange nicht. Der Bildungskongress in Elsen war ein Anfang. „Aufgrund der großen Resonanz und den tollen inhaltlichen Ergebnissen werden wir einen solchen Kongress sicher noch an weiteren Standpunkten durchführen“, sagt Kerstin Haarmann vom Vorstand der Stiftung.

 

zurück

Information: Wie die Presseresonanz von uns gepflegt wird

 

Aus medienrechtlichen Gründen können wir keine vollständigen Presseresonanzen auf dieser Homepage abbilden. So weit es uns möglich ist, stellen wir die entscheidenen Passagen zu Sigrid Beer dar und verweisen per Link auf die vollständigen Publikationen bei ihren Herausgebern.

Es ist möglich, dass einige Links aufgrund dieser Verfahrensweise nach einiger Zeit nicht mehr funktionieren können. Wir bitten dies zu entschuldigen.