Weniger Kopfnoten auf Zeugnissen

23.09.2008

Kölnische Rundschau
Von Frank Uferkamp

Schulministerin Barbara Sommer hatte sich für eine Verringerung der Kopfnoten auf den Zeugnissen nordrhein-westfälischer Schüler ausgesprochen. Am Montagabend hat sie die die Zustimmung im Koalitionsausschuss erhalten. Die CDU kritisierte die Entscheidung.

DÜSSELDORF - Zwei, drei oder vier? Seit Wochen wurde über die künftige Anzahl der Kopfnoten auf den Zeugnissen der nordrhein-westfälischen Schüler spekuliert. Klar war nur: Sechs würden es nicht bleiben, zu umständlich und aufwändig war die bisherige Praxis.

Schulministerin Barbara Sommer (CDU) hatte sich ursprünglich für eine Verringerung auf vier Kopfnoten ausgesprochen und dafür am Montagabend die Zustimmung im Koalitionsausschuss erhalten. In der CDU-Landtagsfraktion stieß diese Festlegung gestern aber auf heftige Kritik. CDU-Schulpolitiker waren dafür, nur zwei Noten zu vergeben. Nach intensiver Debatte einigte sich die Koalition dann auf drei Noten.

Viele benoteten

pauschal mit „gut“

Auf dem Halbjahreszeugnis werden nun die drei Kopfnoten Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit / Sorgfalt sowie Sozialverhalten stehen. Sommer verteidigte den Kompromiss: „Das ist eine gute Lösung, Eindeutigkeit und Transparenz sind damit gegeben“, sagte sie im Landtag.

Gegen die sechs Kopfnoten hatte es massive Proteste von Schülern, Eltern und Lehrern gegeben. Die sechs Noten hatten vor allem in der Umsetzung für massive Schwierigkeiten in den Schulen gesorgt. Da eine sorgfältige Abstimmung wie bei den regulären Fächern immens zeitaufwändig war, gingen viele Kollegien dazu über, pauschal die Note „gut“ zu vergeben und nur bei extremen Abweichungen anders zu bewerten.

Auch künftig gibt es die vier Notenstufen sehr gut, gut, befriedigend und unbefriedigend - anders als die sechs Stufen bei den Fächern. Keine Kopfnoten mehr erhalten künftig die klassischen Berufsschüler. Da handele es sich um erwachsene Frauen und Männer, die nur noch einen kleinen Teil ihrer Ausbildung in den Schulen, den Großteil aber in den Betrieben absolvierten, betonte Helmut Stahl, Fraktionschef der CDU im Landtag. Die Grundschüler erhalten die Kopfnoten ab dem zweiten Halbjahr der dritten Klasse.

Die Opposition und Lehrerverbände kritisierten die Beschlüsse. Der Philologenverband sprach von einer halbherzigen Entscheidung. Die neuen Noten seinen „nicht pädagogisch überzeugend begründet“, sagte der Landesvorsitzende Peter Silbernagel.

„Ein typischer fauler Koalitionskompromiss, der inhaltlich nicht nachvollziehbar ist“, meinte der Vorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung, Udo Beckmann. Die Bereiche Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Sorgfalt sowie Sozialverhalten gingen zumindest teilweise ineinander über. SPD-Fraktionsvize Ute Schäfer nannte die Einteilung „völlig beliebig“. Die Grünen-Schulsprecherin Sigrid Beer kritisierte, „der pädagogische Unfug auf dem Rücken der Schulen“ gehe weiter. (EB / dpa)

 

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