Koalition rudert zurück: Nur noch drei Kopfnoten

24.09.2008

2008 Neue Westfälische
Bielefelder Tageblatt (MW)
PETER JANSEN

Erfolgreicher Protest von Eltern und Lehrern in NRW

NRW nur noch drei statt wie bisher sechs Kopfnoten. Bewertet werden künftig die Leistungsbereitschaft, die Zuverlässigkeit und Sorgfalt sowie das Sozialverhalten mit vier Noten von „sehr gut“ bis „unbefriedigend“. Schüler an Berufskollegs erhalten überhaupt keine Kopfnoten mehr. Der Einigung zwischen CDU und FDP waren strittige Diskussionen in der CDU-Fraktion vorausgegangen.
Auf den beiden Zeugnissen des Schuljahrs 2007/08 waren erstmals insgesamt sechs Kopfnoten vergeben worden. Benotet wurden Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit/Sorgfalt, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit.

Nach heftigen Protesten von Schülern, Eltern und Lehrerverbänden sagte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) eine Auswertung und Überprüfung der Regelung zu.

Sommer ging mit dem Vorschlag in die Sitzung des Koalitionsausschuss und der CDUFraktion, die Zahl der Kopfnoten von sechs auf vier zu verringern. Damit werde den Forderungen nach Eindeutigkeit, Transparenz und Vergleichbarkeit am besten entsprochen, sagte die Ministerin. Bildungspolitiker der CDU, an der Spitze der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und ehemalige Grundschulrektor Bernhard Recker, setzten sich dagegen dafür ein, künftig nur noch zwei Kopfnoten zu vergeben, und zwar für das Arbeits- und das Sozialverhalten. Die FDP hatte dagegen bereits seit dem Sommer für die Reduzierung auf drei Kopfnoten plädiert.

Bei den Lehrerverbänden und den Oppositionsparteien stieß die Neuregelung auf heftige Kritik. Der Verband Bildung und Erziehung sprach von einem „faulen Kompromiss“, der inhaltlich nicht nachvollziehbar sei. Die festgelegten Bereiche gingen zumindest teilweise ineinander über.

Deutliche Kritik kam auch vom Philologenverband. Die Neuregelung sei „halbherzig“ und eine „Scheinlösung“. Ohne überzeugende pädagogische Begründung bleibe der Ärger bei Eltern, Schülern und Lehrern. Unverständlich sei, dass Kopfnoten weiterhin auf dem Abiturzeugnis stünden. Der Verband bemängelte, dass über die Kopfnoten wie auf einem orientalischen Basar verhandelt worden sei.

 

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