Kritik an neuen Lehrplänen fürs

01.10.2008

DerWesten.de

Düsseldorf. Der Schulunterricht in NRW steht vor einem Umbruch. Ministerin Barbara Sommer (CDU) ändert für das sogenannte "Turbo-Abitur" Lehrpläne und Schulbücher. Die Opposition wettert: Die Reform geht vor allem zulasten jüngerer Schüler.

«Durch die Schulzeitverkürzung mussten insbesondere die Lehrpläne für die Sekundarstufe I am Gymnasium umgestaltet werden», sagte Sommer am Mittwoch in Düsseldorf. Bei der Erarbeitung der neuen Pläne wurden demnach alle Inhalte überprüft. Nun ersetzten «schlanke» Kernlehrpläne die bisherigen umfangreichen inhaltlichen Vorgaben und didaktischen Empfehlungen.

«Wir haben den Unterrichtsstoff des entfallenden Schuljahres nicht einfach auf die anderen Jahrgänge verteilt», sagte Sommer weiter. Die Schulzeitverkürzung bedeute, «dass der Unterricht selbst auf den Prüfstand gestellt und in Teilen neu definiert werden musste», fügte die Ministerin hinzu.

Scharfe Kritik der Opposition

Die Umstellung der Lehrpläne hat auch Auswirkungen auf die Schulbücher. «Wesentliche Aufgabe eines guten Schulbuches ist es, Lernangebote zu unterbreiten. Deshalb werden in den neuen Schulbüchern die unverzichtbaren Inhalte deutlich ausgewiesen und von den fakultativen Angeboten optisch klar abgegrenzt», sagte die Schulministerin. Zudem würden die Verlage den Lehrern zusätzliche Hilfen für die Stoffverteilung im Schuljahr zur Verfügung stellen.

Die SPD warf der Regierung schwere Fehler beim «Turbo-Abitur» vor. «Jetzt rächt sich bitter, die Verkürzung der gymnasialen Schulzeit um ein Jahr in der Sekundarstufe I anstatt in der Oberstufe vorzunehmen», sagte die SPD-Bildungsexpertin Ute Schäfer. Auf diese Weise gehe die Schulzeitverkürzung ausschließlich zulasten der jüngeren Schüler. «Sie werden einem enormen Druck ausgesetzt. Wir brauchen eine grundsätzliche Reform des Turbo-Abiturs, weil Kinder auch ein Recht auf Freizeit haben», so Schäfer.

Auch die Grünen forderten mehr Ruhe zum Lernen. «Wirklich neues Lernen braucht Zeit und einen anderen, entspannteren Rhythmus. In den Schulen herrschen aber Hektik, Stress und Druck vor», sagte die schulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Sigrid Beer. Auch das angekündigte Ganztagsprogramm der Landesregierung «für gerade einmal 54 Gymnasien pro Schuljahr ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein», fügte sie hinzu. Die Schulzeitverkürzung mit ihren Folgen treffe schließlich alle 628 Gymnasien in NRW. (ddp)

 

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