Polizisten fesseln Jäger auf einem Feld

23.10.2008

Kölnische Rundschau
Von Daniel Taab

Diesen Nachmittag werden die Jäger wohl nie vergessen. Statt Tauben auf einem Feld in Holweide zu jagen, fanden sich mehrere von ihnen plötzlich gefesselt auf dem Boden wieder.
Ehrenfeld - Diesen Nachmittag werden die Jäger wohl nie vergessen. Statt Tauben auf einem Feld in Holweide zu jagen, fanden sich mehrere von ihnen plötzlich gefesselt auf dem Boden wieder. Darunter auch ein 70-jähriger Rentner, der ebenfalls Mitglied der Jagdgesellschaft war. So geschehen am 12. Juli 2007 an der Colonia-Allee gegen 17.30 Uhr.

Der spektakuläre Fall wurde erst gestern im Petitionsausschuss im Landtag bekannt. Die Kölner Polizei hatte ihn im Sommer 2007 nicht veröffentlicht. Die Jagdgesellschaft war über das Vorgehen der Beamten so erbost, dass Mitglieder sich an den Ausschuss wandten. Bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz berichtete Vorsitzende Sigrid Beer gestern über den Einsatz.

Auf Einladung des Jagdpächters Reinhardt Last hatten sich fünf Jäger auf einem abgemähten Feld in Holweide versammelt. Sie wollten dort Tauben jagen. Ein Spaziergänger hörte Schüsse und berichtete der Polizei, dass sich vermummte Gestalten auf dem Acker herumtrieben. Die Beamten befürchteten möglicherweise einen terroristischen Hintergrund und rückten mit insgesamt elf Streifenwagen an, hieß es im Ausschuss. „Mit durchgeladener Waffe stürmten die Beamten auf die Jagdgesellschaft zu und überwältigten die Personen mit massiver körperlicher Gewalt“, ist in der Presseerklärung des Landtages zu lesen.

Erst nach einer Stunde sei der Irrtum aufgeklärt worden. Die Kölner Polizei betonte gestern jedoch, dass die Fesseln der Jäger bereits nach dreißig Minuten gelöst wurden. Ein Fehlverhalten sieht die Behörde nicht. „Es war eine unbekannte Gefahrenlage. Die Beamten wussten vor Ort zunächst nicht, was passiert war, und mussten handeln“, sagte eine Sprecherin und betonte, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen die Polizisten eingestellt habe.

Um jedoch eine Entschuldigung zu erreichen, meldeten die Jäger den Fall dem Ausschuss. Doch erst beim zweiten Erörterungstermin brachte der Inspekteur der Polizei NRW sein Bedauern zum Ausdruck, wie der Pressesprecher des Landtages mitteilte.

Jagdpächter Reinhardt Last erinnert sich mit Schrecken an den 12. Juli 2007: „Es hätte Tote geben können. Es war für uns entwürdigend und erschreckend.“ Die Polizisten hätten die Situation nicht richtig eingeschätzt, weil sie wohl zu jung waren und unter Stress standen. Mittlerweile sei die Angelegenheit erledigt - vor allem nach der Entschuldigung des Inspekteurs.

 

zurück

Information: Wie die Presseresonanz von uns gepflegt wird

 

Aus medienrechtlichen Gründen können wir keine vollständigen Presseresonanzen auf dieser Homepage abbilden. So weit es uns möglich ist, stellen wir die entscheidenen Passagen zu Sigrid Beer dar und verweisen per Link auf die vollständigen Publikationen bei ihren Herausgebern.

Es ist möglich, dass einige Links aufgrund dieser Verfahrensweise nach einiger Zeit nicht mehr funktionieren können. Wir bitten dies zu entschuldigen.