Heftiger Streit um NRW-Schulsystem

25.10.2008

RP online
VON DETLEV HüWEL

Düsseldorf. SPD und Grüne haben im Landtag das Bildungswesen in NRW massiv kritisiert. Das gegliederte Schulsystem zementiere die soziale Ungleichheit, sagte Sigrid Beer (Grüne). Die Kinder würden in Haupt- und Förderschulen „abgehängt“, statt gemeinsam lernen zu können. Auf dem Bildungsgipfel in Dresden ist nach den Worten von SPD-Chefin Hannelore Kraft die Chance vertan worden, die Weichen für längeres gemeinsames Lernen zu stellen; die Union betreibe rückwärtsgewandte Schulpolitik. Nach Einschätzung von Renate Hendricks (SPD) ist das Schulwesen hauptsächlich nur von oben nach unten durchlässig. Besonders Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien gelinge viel zu selten ein Aufstieg im gegliederten System. Hinzu komme, dass für sie die Chancen, auf eine höherwertige Schulform zu kommen, 2,6fach geringer seien als für Kinder aus bessergestellten Familien. Dies stelle auch der Abschlussbericht der Enquetekommission „Chancen für Kinder“ fest, der gestern im Landtag diskutiert wurde.

Schulministerin Barbara Sommer (CDU) entgegnete, dass in NRW der Bildungserfolg niemals so stark von der sozialen Herkunft der Kinder abhängig gewesen sei wie zu rot-grünen Zeiten. Die jetzige Landesregierung steuere mit fast 7000 zusätzlichen Lehrkräften und der gezielten Förderung dagegen. NRW baue auch den Ganztagsunterricht aus, der unter Rot-Grün weitgehend auf die Gesamtschulen beschränkt gewesen sei, betonte NRW-Familienminister Armin Laschet (CDU). Er verteidigte die Beitragsstaffelung für den Kindergarten: Eltern mit höherem Einkommen müssten eben mehr zahlen als die anderen. Allerdings seien vereinzelte Monatsbeiträge von 600 Euro und mehr „völlig überzogen“.
Quelle: Rheinische Post

 

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