Sommer genehmigt Haller Sonderweg

03.11.2008

Neue Westfälische
Bielefelder Tageblatt (MW)
VON BERNHARD HÄNEL

Adenauer setzt flexibles Ganztagsgymnasium durch

Halle. Was sich die meisten Realschulen und Gymnasien in den ländlichen NRW-Kreisen wünschen, darf das Kreisgymnasium Halle jetzt umsetzen: kein verpflichtendes, sondern ein flexibles Ganztagsangebot. Dies sagte Schulministerin Barbara Sommer (CDU) dem Landrat des Kreises Gütersloh, ihrem Parteifreund Sven-Georg Adenauer, zu. Der war gemeinsam mit Schulleiter Gerd Giesselmann und der CDU-Landtagsabgeordneten nach Düsseldorf gereist.

Für den bedarfsgerechten Ganztagsausbau „ist uns der Elternwille maßgeblich“, so Sommer nach dem Gespräch. „Das schließt am Bedarf der Eltern sowie der Schüler orientierte flexible Lösungen mit ein.“ Das Kreisgymnasium wolle „im Rahmen einer Übergangslösung Erfahrungen sammeln“, heißt es aus Gütersloh.

Mit Landesmitteln und Hilfe des Kreises soll in Halle im kommenden Schuljahr ein flexibles Ganztagsangebot entstehen – wie bereits seit Jahren an den Grundschulen praktiziert. Die Teilnahme am Programm des Landes für 216 Ganztagsschulen hatte die Schulkonferenz in Halle mehrheitlich abgelehnt.

Groß ist jetzt die Verwunderung beim NRW-Landkreistag. Dessen Forderung, Ganztags- und Halbtagsangebote am gleichen Schulstandort zuzulassen, stieß in Düsseldorf bislang auf Ablehnung. Die Schulen in den Landkreisen, so Sprecher Boris Zaffarana, wollten an dem Programm teilnehmen. Schülern, deren Eltern kein Ganztagsangebot wünschten, würden unzumutbar lange Schulwege aufgezwungen. Zudem dürften keine Beförderungskosten übernommen werden. „Endlich wird Düsseldorf vernünftig“, sagte ein Schulleiter aus dem Hochstift Paderborn zu Sommers Zusage an die Gütersloher.

Seine Hoffnung könnte jedoch trügen. Sigrid Beer, schulpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion im Landtag, hält Sommers Entscheidung für ein „faules Ei“. Die Konstruktion sei nicht nachvollziehbar. Wenn es so einfach wäre, würden eine Menge Schulen auf den Zug aufspringen. „Das ist eine Lösung unter Freunden“, glaubt Beer: „Mer kenne uns, mer helfe uns.“ Schließlich sei Sommer vor ihrer Beförderung zur Ministerin Schuldirektorin im Hause Adenauer gewesen.

Verärgert reagieren Schulpolitiker und Verwaltungsbeamte im Kreis Paderborn. Kategorisch habe Sommer den Vorschlag abgelehnt, an jeder Schule des Kreises einen Ganztagszug für je eine Klasse zuzulassen. Der Haller Sonderweg, so heißt es in der Schulverwaltung, bringe keinen Fortschritt. „Das ist lediglich die Fortsetzung der offenen Ganztagsgrundschule in der Sekundarstufe I.“

 

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