Bildungsgerechtigkeit

12.11.2008

Sigrid Beer (Grüne)

Anlässlich der heutigen Demonstration von SchülerInnen und StudentInnen in der Stadt Paderborn gegen die Ergebnisse des Bildungsgipfels vom 22. Oktober in Dresden und für eine bessere Bildung, erklärt Sigrid Beer MdL, bildungspolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion:

"Die Ergebnisse des Bildungsgipfels sind in der Tat dürftig und eine Enttäuschung. Die zahlreichen Probleme wurden nicht konkret angepackt und verbindliche Absprachen blieben aus."

Die Schülerinnen und Schüler und Studierenden legen den Finger in die Wunden unseres Bildungssystems. Die Landesregierung muss ihren Protest ernst nehmen, denn die Kinder und Jugendlichen wissen, wogegen sie demonstrieren. Das Turbo-Gymnasium bringt nur Druck und Stress. Es verhindert ein unbeschwertes Aufwachsen. Nachhaltiges Lernen und individuelle Förderung bleiben auf der Strecke. Das gegliederte Schulsystem zementiert soziale Ungerechtigkeit. Es grenzt aus und lässt das Abschieben in andere Schulformen zu. Wer eine Schulzeitverkürzung vom Zaun bricht und dann nicht für eine sachgerechte Ausstattung der Schulen sorgt, sorgt für weiteren Frust in den Klassenzimmern.

Die viel zu frühe Aufteilung auf die verschiedenen Schulformen ist eine Absonderlichkeit des Schulsystems in Deutschland und in NRW. Damit muss endlich Schluss sein. Wir unterstützen die Schülerinnen und Schüler in ihrer Forderung nach einer gemeinsamen Schule für alle, in der jede und jeder alle Potentiale voll entfalten kann. Wir begrüßen die Proteste der Schülerinnen und Schüler. Es ist richtig, dass sie sich als Expertinnen und Experten für den Schulalltag Gehör verschaffen und Missstände anprangern. Die Schulen und die Schulaufsicht sind daher aufgefordert, Schülerinnen und Schüler, die an den Demonstrationen teilnehmen, zu unterstützen und die Abwesenheit vom Unterricht nicht zu ahnden.

Für Schülerinnen und Schüler gibt es im Land und in der Stadt Paderborn einiges konkret zu tun. Wir brauchen das Recht auf ein warmes, gesundes und leckeres Mittagessen. Es darf nicht sein, dass Kinder aus finanziellen Gründen vom gemeinsamen Mittagessen ausgeschlossen bleiben, weil der Landesfonds viel zu bürokratisch ist und längst nicht bei allen armen Kinder ankommt.

Für den doppelten Abiturjahrgang werden an den Hochschulen nicht die notwendigen Plätze zur Verfügung stehen, weil die Landesregierung schon hinter den Zielen des Hochschulpaktes I zurückbleibt. Die Studiengebühren schrecken nachweisbar vom Studium ab und verschärfen die soziale Ungerechtigkeit im Bildungssystem. So verzichten seit dem Antritt der schwarz-gelben Koalition immer mehr Studienberechtigte auf ein Studium. Angesichts des Akademikermangels ist das ein alarmierendes Ergebnis. Die Studiengebühren müssen ebenso wie die KITA-Gebühren aus der Landschaft verschwinden.



Mit freundlichen Grüßen

Sigrid Beer



Sigrid Beer MdL
Fraktion B90/Die Grünen im Landtag
Sprecherin für Bildungs-,

Kirchenpolitik und Petitionsangelegenheiten
Fon: 0211-884-2805/2603

Fax: 0211-884-3517
Mail:

sigrid.beer@landtag.nrw.de





 

zurück

Information: Wie die Presseresonanz von uns gepflegt wird

 

Aus medienrechtlichen Gründen können wir keine vollständigen Presseresonanzen auf dieser Homepage abbilden. So weit es uns möglich ist, stellen wir die entscheidenen Passagen zu Sigrid Beer dar und verweisen per Link auf die vollständigen Publikationen bei ihren Herausgebern.

Es ist möglich, dass einige Links aufgrund dieser Verfahrensweise nach einiger Zeit nicht mehr funktionieren können. Wir bitten dies zu entschuldigen.