Streit über Zukunft der Hauptschule

14.11.2008

DerWesten
Von Wilfried Goebels

Düsseldorf. In NRW hat sich der Streit über die Zukunft der Hauptschule verschärft. Jüngste Tests hatten ergeben, dass nur die Hälfte der Hauptschüler das bundesweit festgelegte Mindestniveau in Mathematik erreichen.

NRW-Schulministerin Barbara Sommer (CDU) setzt auf eine Qualitätsoffensive für die Hauptschule und will die Test-Standards ändern.

VBE-Landeschef Udo Beckmann kritisierte, dass „andere Schulformen ihre Problemfälle an die Hauptschule abgeben”. Die Kultusministerkonferenz hatte darauf hingewiesen, dass 75 Prozent der Hauptschüler mit ihren Schreibleistungen in Englisch die von der EU festgelegten Kriterien verfehlen. NRW verhinderte allerdings Pläne, die Hauptschule aus der für das kommende Jahr geplanten bundesweiten Stichprobe in Klasse 9 auszuschließen. „Der Test wird innerhalb eines Bundeslandes Vergleiche zwischen allen Schulformen ermöglichen”, sagte Sommer.

NRW setzt auf den Ausbau der Ganztagsbetreuung, mehr Praxisorientierung und zusätzliche Lehrer und Pädagogen an Hauptschulen, um erkannte Defizite abzubauen. Dagegen sprach SPD-Schulexpertin Ute Schäfer von einem „Offenbarungseid”, weil NRW den bundesweiten Vergleich der Schulformen scheue. Ein Absenken des Niveaus verschlechtere aber die Zukunftschancen der Hauptschüler.

Grünen-Expertin Sigrid Beer forderte den Aufbau von Gemeinschaftsschulen und neue Gesamtschulen. Für den Landeschef der Gewerkschaft Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, ist das Schulsystem an seine Grenzen gestoßen. Die Politik erwecke durch eine Senkung von Standards den Eindruck, „die Hauptschule sei nur noch eine Verwahranstalt für Kinder und Jugendliche, denen keine Lernleistungen und -zuwächse zugetraut werden”.

 

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