Energieanbieter wechseln oder nicht?

15.11.2008

nw-news.de
VON PETER HASENBEIN

Sigrid Beer und Roswitha Köllner nicht einig

Paderborn. Dass Eon Westfalen Weser bei den Energiepreisen "die Kunden abzockt", darüber sind sich Roswitha Köllner von der Bürgerinitiative "Gaspreise runter" und die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Sigrid Beer noch einig. Nicht aber in der Art und Weise, wie Kunden darauf reagieren sollen.

Wie berichtet rät Köllner nicht zum Anbieterwechsel. Insbesondere nicht für die Gaspreis-Kritiker, die ihre Zahlungen bereits eigenmächtig gekürzt haben. "Wenn der neue Versorger wieder vom Markt verschwindet, muss man doch wieder zu Eon zurück und dann zu den neuen, überhöhten Konditionen", begründet die Ratsfrau der Demokratischen Initiative.

Und sie nennt einen zweiten Grund: "Wenn man immer dem billigsten Anbieter hinterherläuft, wird man nie erfahren, ob man wirklich einen angemessenen Preis bezahlt. Das wird man nur heraus bekommen, wenn man den Paragrafen 315 Bürgerliches Gesetzbuch zieht und ein Gericht über den korrekten Preis entscheiden lässt", ist Roswitha Köllner überzeugt.

Doch das sieht Sigrid Beer ganz anders. Sie sieht im Wechsel des Gasanbieters die "wirksamste Maßnahme gegen das Gas-Monopol von Eon Westfalen Weser". Mit dem Unternehmen Lichtblick gäbe es nun sogar eine ökologisch orientierte Alternative, die auf erneuerbare Energie setze. "Wenn der Anbieter noch dazu günstig ist, sollten eigentlich alle jubeln und sofort zum Anbieterwechsel aufrufen", meint Beer und bezeichnet es als "unverständlicher", wenn Roswitha Köllner zum Verbleib bei Eon rate.

"Wenn es wirklich um Klimaschutz und Ressourcenschonung geht, muss man Eon durch Kundenabwanderung die rote Karte zeigen. Das gelingt mit alternativen Anbietern und erneuerbaren Energien. Sich nicht jede Preiserhöhung der Energiemonopolisten gefallen zu lassen, ist ein erster richtiger Schritt. Aber so ein Rechtsstreit ist zäh und langwierig. Während dessen ändert sich für die Kunden nichts. Unverzichtbar ist es deshalb, sich aus der Abhängigkeit der Monopolisten lösen zu können. Wenn Kunden scharenweise den Strom- und Gas-Bezug ganz aufkündigen, das wirkt auf ein Unternehmen", ist Sigrid Beer überzeugt.

Warum die Verjährungsfrist für Spannung sorgt

Spannend bleibt auch die Frage der Verjährungsfrist beim Gas. Während Eon Westfalen Weser davon ausgeht, dass die Drei-Jahresfrist erst dann läuft, wenn auch die Jahresrechnung auf dem Tisch des Kunden liegt, gehen die Gaspreis-Rebellen davon aus, dass der Zeitpunkt der Gas-Lieferung entscheidend ist. Dann wären nämlich die Nachforderungen für die Monate Oktober bis Dezember 2007 schon vor einem Jahr verloren gewesen.

Da Eon hunderten von Gaspreis-Kritikern - wie berichtet - bereits Zahlungsaufforderungen ins Haus geschickt hat und sicher nicht alle Gaspreis-Rebellen dem auch folgen werden, dürfte auch diese Frage noch vor Gericht geklärt werden.

 

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