Pro und Contra Gemeinschaftsschule

28.11.2008

Borkener Zeitung

Borken (wen). In einem waren sich die Landtagsabgeordneten Sigrid Beer (Grüne), Stefanie Wiegand (SPD) und Hendrik Wüst (CDU) gestern bei einer Podiumsdiskussion vor Schülern der zehnten Jahrgangsstufe im Remigianum einig: Es gibt immer weniger Kinder in Nordrhein-Westfalen. Stichwort: Demographischer Wandel. Welche Schlüsse aber daraus für die Bildungspolitik in Nordrhein-Westfalen gezogen werden müssen darüber gabs unterschiedliche Ansichten.

Hendrik Wüst (CDU) plädierte für das derzeitige gegliederte Schulsystem. Im Kreis Borken hätten auch Hauptschüler gute Berufsaussichten. "Ein Bäcker muss kein Abitur haben", entgegnete er auf die Kritik von Sigrid Beer. Die schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion aus Paderborn hatte bemängelt, dass im Westmünsterland zu wenig Abiturienten die Schulen verlassen. Außerdem habe der Kreis eine schlechte Quote, was den Bildungsaufstieg im System angehe. Auf 16 Schüler, die herabgestuft würden, käme nur einer, der den umgekehrten Weg nähme. Das hänge auch damit zusammen, dass mit einem Haupt- oder Realschulabschluss gute Berufschancen beständen, so Wüst.


Moderiert von Winfried Semmelmann (links) diskutierten im Remigianum die Landtagsabgeordneten (von links): Stefanie Wiegand (SPD), Hendrik Wüst (CDU) und Sigrid Beer (Grüne).
(Foto: Wenzel)

Das sah zwar auch Stefanie Wiegand ähnlich, aber: "Der Kreis Borken ist keine Insel." Die Westmünsterländer müssten auch in anderen Regionen Karrierechancen haben. Sie plädierte ebenso wie Frau Beer für eine Gemeinschaftsschule, um Bildungschancen für Kinder zu verbessern und die "Schule im Dorf" zu lassen. Denn bei sinkenden Schülerzahlen werde es immer schwieriger, das gegliederte Schulsystem in der Fläche zu erhalten.

Es gebe keinen Beweis, dass eine Gemeinschaftssschule besser funktioniere, entgegnete Wüst.

Einig waren sich die Landtagsabgeordneten, dass auch an Realschulen und Gymnasien in Zukunft mehr Ganztagsunterricht stattfinden müsse. Das regte Schüler zu Fragen an. "Da bleibt keine Zeit mehr für Hobbys oder Sport", sagte eine Schülerin. Außerdem kritisierten die Schüler, dass die Abitur-Prüfung bald bereits nach zwölf Jahren Schulzeit ansteht. Bei 30 Schülern in einer Klasse in Nordrhein-Westfalen fehle die gezielte Förderung, ließen sie das Beispiel Sachsen nicht gelten.

Das Thema Bildung beschäftigte die Schüler des zehnten Jahrgangs in Projekttagen. Am Donnerstag hatten 60 Remigianer bereits den Landtag in Düsseldorf besucht.



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