Kampfdörfer gefährden deutsch-britische Freundschaft

02.12.2008

Neue Westfälische
Bielefelder Tageblatt (MW)
VON NICOLE HILLE-PRIEBE
UND HUBERTUS GÄRTNER

Sigrid Beer und Helga Lange, neue Doppelspitze der Grünen in Ostwestfalen-Lippe, fordern Landesregierung zu Stellungnahme auf

Bielefeld. Mit dem von den Briten geplanten Ausbau des Truppenübungsplatzes in der Senne wartet eines der ureigensten Themen der Grünen – der Naturschutz – darauf, von der neuen Doppelspitze der Grünen in OWL in Angriff genommen zu werden. Vor einer guten Woche wurde die Paderborner Landtagsabgeordnete Sigrid Beer einstimmig neben Helga Lange aus Halle zur Vorsitzenden gewählt.

Das Hin und Her um die Kampfdörfer ist für Beer und Lange ein Symptom dafür, „dass die Region durch Schwarz-Gelb schlecht im Land vertreten ist“. In der Bevölkerung vor Ort wachse der Widerstand, sagt Beer. Sie warnt davor, dass „das gute Miteinander zwischen Deutschen und Briten ernsthaft Schaden nehmen könnte“. Bislang hätten die britischen Streitkräfte viel für Naturschutz und Erhalt der Artenvielfalt getan, aber die Pläne für eine 40 Kilometer lange Betonpiste und sechs jeweils etwa einen Hektar große Kampfdörfer würden eine andere Sprache sprechen. „Das Landschaftsbild wird zerstört, und es ist mit massiven Auswirkungen auf die Tierwelt zu rechnen. Die Eingriffe werden zu irreversiblen Schäden der in Nordrhein-Westfalen einmaligen Naturlandschaft führen.“ Das vom Landtag 1991 formulierte Ziel eines Nationalparks sei damit gefährdet. Beer und Lange fordern die Landesregierung auf, sich „endlich eindeutig zu positionieren und den Plänen der Briten Einhalt zu gebieten“.

Bereits im Frühjahr hatten die Delegierten auf dem Landesparteitag Bildung zum großen Thema erklärt. Weil die besondere demographische Lage kreative Lösungen erfordere, müsse in OWL ein Umdenken einsetzen. Voraussetzung sei allerdings, dass Düsseldorf größere Freiheiten für individuelle Lösungen zugestehe. Sigrid Beer macht zudem auf ein Problem aufmerksam, von dem man eigentlich hoffte, es sei bald kein Thema mehr: die Kinderbetreuung. Durch eine Gesetzesänderung werden Tagesmütter ab dem 1. Januar 2009 sozialversicherungspflichtig. Das heißt: Es wird teurer – für Eltern wie für Kommunen, die Tagesmütter beschäftigen. „Hier wälzt das Land wieder einmal Pflichten auf die Kommunen ab. Wer kann, wird aussteigen. Auch Tagesmütter, für die sich die Arbeit jetzt schon häufig kaum lohnt, werden aufhören“, prognostizieren die grünen OWL-Vorsitzenden. Absehbare Folge sei eine Verknappung der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren.

 

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