Naturschützer machen Druck beim Minister

06.07.2010

Westfalen-Blatt

14 000 Unterschriften gegen Kampfdörfer übergeben

Kreis Paderborn/Berlin (WV). Umweltminister Norbert Röttgen war nicht da. Trotzdem war Berlin für den Paderborner Fritz Buhr eine Reise wert. Er und weitere Naturschützer haben im Bundesumweltministerium eine Liste mit 14 000 Unterschriften gegen Kampfdörfer in der Senne abgegeben.

In einem beigefügten offenen Brief an den Minister präzisierten Aktionsbündnis und Verbände ihre Forderungen und baten Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser um Weiterleitung auch an Finanzminister Wolfgang Schäuble und auch an Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg.

Bei der Übergabe wies Dr. Ute Röder vom Landesvorstand des Naturschutzbundes (Nabu) NRW darauf hin, dass der 12 300 Hektar große Truppenübungsplatz Senne mit seinen mehr als 5 000 Tier- und Pflanzenarten, davon jede fünfte auf der roten Liste, aus naturschutzfachlicher Sicht eines der wertvollsten in Gebiete in Nordrhein-Westfalen sei und europaweite Bedeutung besitze. Als Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge forderte sie den Minister auf: »Setzen Sie sich dafür ein, dass die Senne bald zum Nationalpark ausgewiesen wird. Nach einer Emnid- Umfrage wollen in der Region 86 Prozent der Bürger den Nationalpark.« Dies sei zudem ein einstimmiger Beschluss des Landtages NRW aus dem Jahr 1992. Karsten Otte ergänzte als Sprecher der Naturschutzverbände: »Es ist für uns unerträglich, dass nach der jüngsten Vereinbarung zwischen Bund und Land aus dem vergangenen Herbst der Naturschutz der militärischen Nutzung untergeordnet wird.«

Als Sprecher des Aktionsbündnisses »Keine neuen Kampfdörfer in der Senne« sprach Marcus Foerster für die Bürger der Anrainerkommunen und erklärte: »Für uns Bürger am Sennerand ist eine Intensivierung der Nutzung des Truppenübungsplatzes durch die Briten mit noch mehr Panzer- und Gefechtslärm einfach nicht länger hinnehmbar.« Fritz Buhr als Sprecher der Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände forderte: »Wir müssen anfangen, uns Gedanken darüber zu machen, wie wir den Einstieg in den Ausstieg der militärischen Nutzung der Senne gestalten können. Dabei wäre die Möglichkeit einer so genannten Doppelnutzung (Nationalpark schon während der Zeit der militärischen Nutzung) auch wirtschaftlich ein gangbarer Weg. In England gibt es dafür bereits gute Beispiele.«

Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser habe der Delegation zugesagt, dass sie sich dafür einsetzen werde, den Dialog zwischen den Beteiligten zu verbessern.

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