Doch noch Hoffnung für die Nebenstellen

14.06.2010

Neue Westfälische
Paderborner Kreiszeitung

Bürgermeister für Kompromisslösungen offen / CDU berät heute weiter / Beer bringt für Bibliothek Schul-Förderverein ins Spiel

Paderborn (st). Das drohende Ende zumindest der beiden größeren Verwaltungsnebenstellen in den Stadtteilen Elsen und Schloß Neuhaus kann vermutlich abgewendet werden. Auch ein Fortbestand größerer Stadtteilbibliotheken scheint möglich.

„Wenn es eine Chance gibt, zu einem vernünftigen Kompromiss zu kommen, werde ich das Meine dazu tun“, versicherte Bürgermeister Heinz Paus gestern bei der Eröffnung des Elsener Dorffestes. Dort wurden auf Initiative des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV) Unterschriften für den Erhalt der Verwaltungsnebenstelle gesammelt – und die Elsener unterzeichneten in Scharen. Er wisse, dass dieses Thema die Gemüter der Bürger bewege, sagte Paus, denn es ständen „liebgewordene Einrichtungen“ und „Bürgerservice, der geschätzt wird“, auf dem Spiel. Auf der anderen Seite zwinge das 50-Millionen-Defizit im aktuellen Haushalt einfach dazu, alle freiwilligen Ausgaben der Stadt auf den Prüfstand zu stellen.

Die CDU-Ratsfraktion hat am Samstag auf ihrer Klausur zum Haushalts-Konsolidierungspapier der Unternehmensberatung Rödl & Partner noch keine endgültige Marschroute festgelegt. Die Beratungen werden heute fortgesetzt, und noch heute will die CDU der Presse erste Ergebnisse bekannt geben.

Eine Lösung zur Rettung der Verwaltungsnebenstellen Schloß Neuhaus und Elsen, die am Wochenende in der CDU erörtert wurde, zielt auf eine Einschränkung der Öffnungszeiten ab: Die Elsener könnte an zwei Tagen pro Woche dienstbereit sein, die Neuhäuser an drei Tagen. Das Schicksal der Nebenstelle Sande ist offen.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung müssten Verwaltungsstellen, aber auch Bibliotheken „unbedingt“ für die Ortsteile erhalten werden, meinte die Landtagsabgeordnete der Grünen, Sigrid Beer, gegenüber der NW. Bei den Stadtteilbibliotheken kann nach ihren Vorstellungen möglicherweise durch eine Einbeziehung des Ehrenamtes und der Schulen ein Überleben gesichert werden. Als Vorsitzende des Fördervereins der Gesamtschule Elsen fügte Beer mit Blick auf die dortige, in der Gesamtschule beheimatete Stadtteilbibliothek hinzu, ihr Verein könne sich „eine Erweiterung seines Tätigkeitsfeldes gut vorstellen“, um ein qualitativ und quantitativ gutes Angebot der Bibliothek für Elsen zu erhalten. Der Förderverein, der die Mensa der Gesamtschule betreibt und in den Musikklassen engagiert sei, habe bereits 13 Arbeitsplätze geschaffen, fügte Beer hinzu.

Die Elsener Unterschriften sollen dem Bürgermeister vor der entscheidenden Ratssitzung am 22. Juni übergeben werden. Die Unterschriftenaktion läuft auch im Internet:

www.hvv-elsen.de

 

zurück

URL:https://sigrid-beer.de/pressearchiv-bis-052022/archiv/expand/308388/nc/1/dn/1/