Beer: Zahlentricks sollen Hauptschule retten

22.01.2010

Die neuen Zahlen zu den Übergängen der Viertklässler auf die weiterführenden Schulen in NRW liegen vor. Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin Sigrid Beer MdL:

"Die aktuellen Zahlen belegen den Trend der letzten Jahre: Die Hauptschule wird immer weniger gewählt. In NRW sind es laut Statistik noch 13,6 Prozent. Doch selbst diese Zahl spiegelt nicht das ganze Ausmaß wider. Hinter den vorgelegten Daten stecken einige Tricks, die die Hauptschulquote noch künstlich hochrechnen. So wird der größte Teil der Verbundschulen, die einen Hauptschul- und einen Realschulzweig haben, als Hauptschulen gewertet, so etwa bei Horstmar/Schöppingen, Uedem/Weeze, Swisttal, Heek oder Everswinkel. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass Horstmar auf eine ungemeine hohe Hauptschulquote von 67 Prozent kommt.

Keine Aussagekraft haben die Zahlen zudem, wenn man nach dem Elternwillen fragt. Durch die verbindlichen Grundschulempfehlungen ist das Elternwahlrecht ausgehebelt. Auch dort, wo auf Antrag der Eltern ein Prognoseunterricht durchgeführt wurde, blieb es bei knapp 1.000 Schülern, die gegen den Willen der Eltern einer Hauptschule zwangszugewiesen wurden. Außerdem findet regelmäßig etwa ein Drittel der Kinder, die an Gesamtschulen angemeldet werden, keinen Platz, da die Kapazitäten nicht ausreichen. Doch die Landesregierung verschanzt sich hinter Zahlentrickserei und Schönfärberei. Die Notwendigkeit der Reformen kann sie damit aber nicht umgehen."




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