Frische Brise für den Wind

08.03.2010

Neue Westfälische
Paderborner Kreiszeitung
VON RALF MISCHER

Spitzenkandidatin der Grünen spricht über erneuerbare Energie

Paderborn. In der Region schlägt bekanntlich „das Herz der erneuerbaren Energien“. In den Augen der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, Sylvia Löhrmann, ist der Herzmuskel aber deutlich aus dem Takt gekommen, seit in Nordrhein Westfalen eine schwarzgelbe Landesregierung den Ton vorgibt.

Bei einem Besuch in der Paderstadt sprach die Grüne-Spitzenkandidatin von einem „riesigen Investitionsstau in der Windeneørgiebranche“. Der Grund dafür ist in ihren Augen ein „Feldzug der FDP gegen erneuerbare Energien“.

Horst Schulze-Stieler, Geschäftsführer der Grünen im Kreis Paderborn, wettert: „Die prüfen jedes neue Bauprojekt einfach kaputt.“ Wer ein neues Windkraftwerk bauen wolle, müsse ein Gutachten nach dem anderen vorlegen. Eine Milliarde Euro Investitionen seien dadurch bisher im Bereich der Windenergie verhindert worden, sagt Sigrid Beer. „Das geht einfach in eine ganz falsche Richtung“, schimpft sie. Unter Rot-Grün habe NRW im Ländervergleich den ersten Platz bei regenerativen Energien belegt. „Jetzt sind wir Zweitletzter“, klagt Löhrmann.

Konkret bereiteten vielen Windkraftbetreibern die neuen Bestimmungen zum Anlagenbau Probleme. Manfred Brockmann aus Altenbeken ist einer von ihnen. Er klagt über neue Regeln, die die Höhe begrenzen und Abstandsflächen festlegen. „Die Zahlen sind rein willkürlich gewählt“, klagt die Frontfrau der Grünen. Und macht eine Beispielrechnung auf: Windkrafträder sollen 1.500 Meter von Wohnbebauung entfernt stehen. Beim Bau eines Kohlekraftwerks in Datteln seien nicht einmal 500 Meter Abstand zur Wohnsiedlung eingehalten worden.

Bei den Anwohnern in den Kommunen sei die Akzeptanz für neue Windparkflächen oftmals da, berichtet Windbauer Brockmann. „Immerhin bringt so etwas ja auch Einnahmen für die Gemeinde“, sagt er.

Sigrid Beer ergänzt: „Alle sagen, dass wir 100 Prozent der Energie aus erneuerbaren
Ressourcen decken wollen – dann muss man irgendwann mal damit anfangen.“

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