SPD will verkürzte Abiturzeit korrigieren

02.02.2010

RP.ONLINE

Vor der NRW-Landtagswahl

Düsseldorf (RPO). Die SPD will die von der Landesregierung beschlossene Verkürzung der Abiturzeit von 13 auf 12 Jahre korrigieren. Im Falle eines Erfolgs bei der Landtagswahl am 9. Mai werde die "schwarz-gelbe Pannen-Reform" an den Schulen überarbeitet, sagte die SPD-Schulexpertin Ute Schäfer am Dienstag in Düsseldorf. Die Landesregierung wies die Kritik zurück.

Das Abitur nach zwölf Jahren Schulzeit (G8) hat sich in den vergangenen Jahren auch in Westdeutschland durchgesetzt. So sieht es derzeit in den Ländern aus:Angaben vom Februar 2008 nach Angaben der Kultusministerkonferenz (KMK).

Laut SPD sollen Schüler nach 13 oder nach 12 Jahren die Reifeprüfung ablegen können. Wie in Schleswig-Holstein solle es in Absprache mit den Eltern Möglichkeiten geben, dass Gymnasien selbst entscheiden, ob sie das Abitur nach 12 oder 13 Jahren anbieten, sagte die frühere Schulministerin Schäfer. Der durch die übereilte Reform ausgelöste Lernstress für Schüler in der Sekundarstufe I solle an den Schulen wieder entzerrt werden.

Die CDU warf Schäfer eine "Verleugnung ihres eigenen Tuns" vor. 2004 habe die damalige SPD-Ministerin die verkürzte Abiturzeit auf den Weg gebracht, sagte der CDU-Bildungsexperte Klaus Kaiser. Mit 8000 neuen Lehrern und besserer Förderung der Schüler habe die schwarz-gelbe Landesregierung die verkürzte Abiturzeit zum Erfolg gemacht, sagte der Landtagsabgeordnete.

Bildung ist wichtig. Für die eigenen Karrieremöglichkeiten, eine größere Auswahl bei den Berufsmöglichkeiten und für ein besseres Gehalt. Doch nicht jedem fiel es als Teenager leicht, auf diese Ziele hinzuarbeiten. Deshalb gibt es zahlreiche Möglichkeiten, das Abitur - die Allgemeine Hochschulreife - und die Fachgebundene Hochschulreife sowie weitere Qualifikationen auf dem sogenannten ‚zweiten Bildungsweg' nachzuholen. Wir stellen die wichtigsten Möglichkeiten vor.

"SPD und Grüne haben die Verkürzung des gymnasialen Bildungsgangs damals in Regierungsverantwortung beschlossen, ohne die Umsetzung vorzubereiten", rügte auch die FDP-Schulpolitikerin Ingrid Pieper-von Heiden. Die Grünen-Abgeordnete Sigrid Beer sagte hingegen, die SPD-Kritik am "Turbo-Abitur" sei richtig. Die Landesregierung habe Schulen und Hochschulen schlecht darauf vorbereitet.

Schulministerin Barbara Sommer (CDU) will am kürzeren Abitur festhalten: "Ein Wahlrecht führt zu einer Vielzahl organisa­torischer Probleme und provoziert die Einschätzung, dass es Gymnasien erster und zweiter Ordnung gebe." Auch Eltern und Lehrer hätten sich für eine Fortsetzung des Abiturs nach 12 Jahren ausgesprochen.
Quelle: DDP/felt

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